Hintergrund:
Es ist vielfach beschrieben, dass es bei der Übertragung von Ergebnissen aus randomisierten
kontrollierten Studien (RCTs) auf Alltagsbedingungen zu einem Effektivitätsverlust
kommt, dem sogenannten „efficacy-effectiveness gap“. Zur Erklärung des Effektivitätsverlustes
wird häufig vor allem auf die fehlende Realitätsnähe von RCTs, z.B. durch Patientenselektion,
verwiesen.
Zielsetzung:
Das Vorhaben wird innerhalb des Nachwuchsprogramms des Netzwerks 'Versorgungsforschung
Baden-Württemberg' durchgeführt und verfolgt zwei Ziele: (1.) soll eine systematische
Erfassung und Metaanalyse aller Studien vorgenommen werden, die die Wirksamkeit von
Venlafaxin und Duloxetin bei der Depressionsbehandlung in nichtrandomisierten oder
nichtkontrollierten Studien untersuchen. (2.) soll darüber hinaus unter Einbezug von
Effektivitätsdaten aus RCTs der Unterschied der Effektstärken zwischen verschiedenen
Studientypen quantifiziert werden.
Methoden:
Durch eine systematische Literaturrecherche wurden nichtrandomiserten Studien identifiziert,
die die Wirksamkeit von Venlafaxin und Duloxetin bei der Depressionsbehandlung untersuchen.
Als Ergebnisparameter werden Ansprechraten und Prä-Post-Effektstärken zur Bestimmung
des Therapieeffektes herangezogen. Diese werden in Metaanalysen in einem Modell zufälliger
Effekte aggregiert. Abhängig von der Studienheterogenität werden Subgruppenanalysen
und Metaregressionen durchgeführt, um Einflüsse von Studienqualität, Stichprobenmerkmalen
etc. auf die Effektstärken zu untersuchen. Aus Vorarbeiten ist ein Datensatz aus 70
RCTs vorhanden für den ebenfalls die genannten Ergebnisparameter bestimmt werden,
so dass ein direkter Vergleich der Effekte aus efficacy- und effectiveness-Studien
möglich ist.
Ergebnisse:
Die Literaturrecherche ergab insgesamt 1107 Treffer, die derzeit auf Relevanz geprüft
werden. Da es sich um ein laufendes Projekt handelt werden vorläufige Ergebnisse für
eine Subgruppe von Studien präsentiert.
Metaanalysen - efficacy-effectiveness gap