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DOI: 10.1055/s-0032-1325945
Aktuelle Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa – Update
Publication History
Publication Date:
06 December 2012 (online)


Diagnostik
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Die Endoskopie stellt die zentrale Untersuchungsmethode in der Diagnostik chronisch entzündlicher Darmerkrankungen dar. Im Rahmen der Erstdiagnostik wird eine komplette Ileokoloskopie mit Stufenbiopsien durchgeführt.
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Die Häufigkeit weiterer Endoskopien richtet sich nach dem Krankheitsverlauf. Bei Vorliegen einer ausgedehnten Kolitis wird nach 7 Jahren Krankheitsdauer mit dem Überwachungsprogramm begonnen, d. h. es wird dann jährlich eine komplette Koloskopie mit Stufenbiopsien zur Karzinomprophylaxe durchgeführt.
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Bei der Erstdiagnostik und bei schweren und therapierefraktären Schüben sind zum Ausschluss einer infektiösen Genese immer Stuhlkulturen inklusive der Untersuchung auf Clostridium-difficile-Toxin indiziert.
Therapie
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Die distale Kolitis ist primär gut lokal mit 5-ASA-Präparaten behandelbar. Die ausgedehnte Colitis ulcerosa mit leichter bis mittlerer Aktivität sowie die Linksseitenkolitis werden kombiniert topisch und systemisch mit 5-ASA-Präparaten behandelt, bei Therapieversagen mit Steroiden.
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Die Standardtherapie der schweren Colitis ulcerosa ist die systemische Gabe von Steroiden. Für steroidrefraktäre Patienten gibt es die drei Therapieoptionen Ciclosporin plus Azathioprin, Tacrolimus plus Azathioprin oder Infliximab.
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Therapie der Wahl bei Steroidabhängigkeit ist Azathioprin.
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Zur erforderlichen remissionserhaltenden Therapie bei unkompliziertem Verlauf können Sulfasalazin, 5-ASA-Präparate und E. coli Nissle eingesetzt werden.
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Bei Vorliegen einer Pouchitis nach restaurativer Proktokolektomie sind Metronidazol, Ciprofloxacin und Budenosid-Einläufe wirksam. Probiotika helfen, die Chronifizierung zu vermeiden.