Gastroenterologie up2date 2013; 09(02): 72-74
DOI: 10.1055/s-0032-1326401
Klinisch-pathologische Konferenz
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Dünndarmdivertikulitis als Differenzialdiagnose des akuten Abdomens

Lisa Setaffy1
,
Karl Mrak2
,
Heinz Lackner3
,
Cord Langner1
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
14. Juni 2013 (online)

Einleitung

Im Vergleich zu Divertikeln des Dickdarms sind Dünndarmdivertikel weitaus seltener und verursachen auch seltener Komplikationen. Dabei sind Divertikel im Duodenum mit rund 80 % deutlich häufiger als Divertikel in Jejunum oder Ileum, wobei letztere jedoch häufiger zu Komplikationen führen [1]. Unterschieden werden „falsche“, d. h. in der Regel erworbene Divertikel, die im Gegensatz zu „richtigen“, in der Regel angeborenen Divertikeln (z. B. Meckel-Divertikel), lediglich aus Mukosa und Submukosa sowie einer dünnen Serosaschicht ohne Muskelanteil bestehen.

Klinisch sind die Divertikel des Jejunums oder Ileums zumeist stumm und stellen einen Zufallsbefund im Rahmen einer anderen Fragestellung dar, können aber auch Beschwerden verursachen wie chronische Schmerzen, Malabsorption oder akute Komplikationen wie Blutung, Entzündung und/oder Perforation [2].

Im Folgenden stellen wir den Fall einer akuten Dünndarmdivertikulitis vor und gehen dabei besonders auf die Problematik der Diagnosestellung und die Differenzialdiagnose ein.

1 Institut für Pathologie, Medizinische Universität Graz, Österreich


2 Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, St. Veit/Glan, Österreich


3 Institut für Radiologie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, St. Veit/Glan, Österreich