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DOI: 10.1055/s-0032-1328418
Ist eine Höhenrekonstruktion mit vergleichsweise wenig Zement für die Radiofrequenz-Kyphoplastie über einen monopedikulären Zugang möglich?
Is Height Restoration Possible with a Comparatively Smaller Amount of Cement in Radiofrequency Kyphoplasty using a Monopedicle Approach?Publication History
Publication Date:
25 April 2013 (online)


Zusammenfassung
Hintergrund: Perkutane Zementaugmentationssysteme haben sich in den letzten 10 Jahren als eine effektive Behandlungsmethode bei Kompressionsfrakturen durchgesetzt. Als Sonderform ist nun seit 2009 die Radiofrequenz-Kyphoplastie (RF) hinzugekommen, die durch applizierbare Energie die Viskosität des Zements erhöht. Ziel dieser Studie war es, herauszufinden, ob mit einer vergleichsweise geringen Zementmenge eine Wirbelkörpererhöhung für osteoporotische Wirbelkörperfrakturen bei der RF-Kyphoplastie zu erreichen ist. Material und Methode: Bei diesem minimalinvasiven Verfahren wurde das „StabiliT® Vertebral Augmentation System“ der Firma DFine verwendet. Im Rahmen einer retrospektiven Studie wurden von 2011 bis Januar 2012 insgesamt 35 Patienten mit 49 osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen versorgt. Als Parameter wurden die Altersstruktur mit Geschlechtsverteilung sowie klinisch der Verlauf der Schmerzintensität anhand der visuellen Analogskala (VAS0–100) ausgewertet. Radiologisch wurde die Wirbelkörpererhöhung (Vorder-, Hinterkante, mittlere Wirbelkörperhöhe und Kyphosewinkel) erfasst und mit dem applizierten Zementvolumen verglichen. Ergebnisse: Alle Patienten hatten vor der Operation eine gescheiterte konservative Behandlung mit weiterhin bestehenden Schmerzen auf Höhe des frakturierten Wirbelkörpers. Bis zur operativen Versorgung vergingen durchschnittlich 3,0 ± 1,3 Wochen. Die durchschnittliche VAS reduzierte sich signifikant von 71 ± 9,2 präoperativ auf 35 ± 6,2 postoperativ (p < 0,001) und nach 3 Monaten weiter auf 30 ± 5,7 (p < 0,001). Mit einem durchschnittlichen Zementvolumen von 2,9 ± 0,7 ml (1,8–4,1) im Thoralbereich und einem durchschnittlichen Zementvolumen von 3,0 ± 0,7 ml (2,0–5,0) im Lumbalbereich wurde eine statistisch signifikante Wirbelkörperaufrichtung erreicht. Die Vorderkante und die mittlere Wirbelkörperhöhe wurden signifikant um 2,3 mm und 3,1 mm angehoben, der Kyphosewinkel reduzierte sich ebenfalls signifikant um 2,1° nach 3 Monaten. Bei 2 Wirbelkörpern (4,1 %) zeigte sich ein minimaler Zementaustritt in die angrenzende Bandscheibe ohne klinische Konsequenz. Bei 2 Patienten entwickelten sich Anschlussfrakturen im kranialen Segment, die erneut mit einer RF-Kyphoplastie behandelt wurden. Schlussfolgerung: Mit einem durchschnittlichen Zementvolumen von 3 ml konnte mit der RF-Kyphoplastie eine schnelle und kurzfristige Besserung der Schmerzsymptomatik erreicht werden. Zusätzlich konnte mit diesem geringen Zementvolumen eine signifikante Wirbelkörperaufrichtung erzeugt werden. Es zeigte sich keine Korrelation zwischen der Wirbelkörperaufrichtung und dem klinischen Ergebnis. Mit der ermittelten Zementleckagenrate von 4,1 % gehört die Radiofrequenz-Kyphoplastie zu den sicheren und effektiven minimalinvasiven perkutanen Zementaugmentationsverfahren. Unsere Daten bestätigen die in der Literatur angegebene höhere Sicherheit für die Kyphoplastie im Vergleich zur Vertebroplastie.
Abstract
Background: Percutaneous cement augmentation systems have been proven to be an effective treatment for vertebral compression fractures in the last 10 years. A special form available since 2009 is the radiofrequency kyphoplasty (RF) in which the applied energy raises the viscosity of the cement. The aim of this study is to find out if a smaller cement amount in radiofrequency kyphoplasty can also restore vertebral body height in osteoporotic vertebral compression fractures. Methods: The treatment was minimally invasive using the StabiliT® vertebral augmentation system by DFine. In a retrospective study from 2011 to January 2012, 35 patients underwent RF kyphoplasty for 49 fresh osteoporotic vertebral compression fractures. From the clinical side the parameters, demographics and pain relief using a visual analogue scale (VAS: 0 to 100 mm) were collected. For the radiological outcome the vertebral body height (anterior, mean and posterior vertebral body height with kyphosis angle) after surgery and after three months was measured and compared to the cement volume. Results: All patients still had permanent pain on the fractured level after conservative treatment. The time from initial painful fracture to treatment was 3.0 weeks ± 1.3. Average visual analogue scale results decreased significantly from 71 ± 9.2 preoperatively to 35 ± 6.2 postoperatively (p < 0.001) and to 30 ± 5.7 (p < 0.001) after three months. With a mean cement volume in the thoracic spine of 2.9 ± 0.7 ml (1.8–4.1) and lumbar spine of 3.0 ± 0.7 ml (2.0–5.0) we had a significant vertebral body height restoration. Anterior and mean vertebral body heights significantly increased by an average of 2.3 and 3.1 mm, kyphosis angle significantly decreased with an average of 2.1° at three-month follow-up (p < 0.05). In two vertebrae (4.1 %) a minimal asymptomatic cement leakage occurred into the upper disc. In two patients (5.7 %) we had new fractures in the directly adjacent segment that were also successfully treated with radiofrequency kyphoplasty. Conclusion: With a mean cement volume of 3.0 ml radiofrequency kyphoplasty achieves rapid and short-term improvements of clinical symptoms with a significant restoration of vertebral body height. There was no correlation between restoration of vertebral body height and pain relief. With a cement leakage of 4.1 % RF kyphoplasty is a safe and effective minimally invasive percutaneous cement augmentation procedure. Our data confirm the higher safety described in literature for kyphoplasty in contrast to vertebroplasty.