Gastroenterologie up2date 2013; 09(03): 157-170
DOI: 10.1055/s-0033-1344508
Darm/Anorektum
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kurzdarmsyndrom

Georg Lamprecht
,
Alfred Königsrainer
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
01. September 2013 (online)

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Kernaussagen

Definition

  • Unter einem Kurzdarmsyndrom versteht man die Unfähigkeit, mittels einer konventionellen Diät die Protein-Energie-, Flüssigkeits- und Mikronährstoffbalance aufrechtzuerhalten.

  • Bei Erwachsenen sind die häufigsten Ursachen die intestinale Ischämie, der Morbus Crohn, Traumata, postoperative Komplikationen einschließlich Ileus, die intestinalen Motilitätsstörungen und gelegentlich abdominelle Tumoren.

Parenterale Therapie

  • Die Indikation zur parenteralen Therapie des Kurzdarmsyndroms ergibt sich postoperativ aus der Notwendigkeit, die im Rahmen der Hypersekretion auftretenden Flüssigkeitsverluste zu kompensieren.

  • Die parenterale Substitution umfasst Flüssigkeit, Elektrolyte und Basenäquivalente, Aminosäuren, Kohlenhydrate und Fette sowie Vitamine und Spurenelemente.

  • Für die parenterale Ernährung ist ein zentraler Zugang erforderlich. Katheterinfekte sollten – wenn immer möglich – konservativ therapiert werden, um den Verlust der zentralvenösen Zugangsgefäße zu vermeiden.

  • Unter einer langfristigen parenteralen Ernährung kann es zur Entwicklung einer IFALD kommen, die u. U. eine Indikation zur Darmtransplantation bzw. multiviszeralen Transplantation ist.

Rekonstruktive Chirurgie und Darmtransplantation

  • Ziele der rekonstruktiven Chirurgie sind die Verlangsamung des Transits des Speisebreies und die Erhöhung der Resorptionsfläche.

  • Die Darmtransplantation ist insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen mit langer Lebenserwartung eine lebensrettende Behandlung, die in den meisten Fällen auch eine völlige orale Autonomie gewährleistet.

  • Probleme sind nach wie vor die chronische Abstoßung und die daher lebenslang erforderliche Immunsuppression.