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DOI: 10.1055/s-0033-1344508
Kurzdarmsyndrom
Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
01. September 2013 (online)


Definition
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Unter einem Kurzdarmsyndrom versteht man die Unfähigkeit, mittels einer konventionellen Diät die Protein-Energie-, Flüssigkeits- und Mikronährstoffbalance aufrechtzuerhalten.
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Bei Erwachsenen sind die häufigsten Ursachen die intestinale Ischämie, der Morbus Crohn, Traumata, postoperative Komplikationen einschließlich Ileus, die intestinalen Motilitätsstörungen und gelegentlich abdominelle Tumoren.
Parenterale Therapie
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Die Indikation zur parenteralen Therapie des Kurzdarmsyndroms ergibt sich postoperativ aus der Notwendigkeit, die im Rahmen der Hypersekretion auftretenden Flüssigkeitsverluste zu kompensieren.
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Die parenterale Substitution umfasst Flüssigkeit, Elektrolyte und Basenäquivalente, Aminosäuren, Kohlenhydrate und Fette sowie Vitamine und Spurenelemente.
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Für die parenterale Ernährung ist ein zentraler Zugang erforderlich. Katheterinfekte sollten – wenn immer möglich – konservativ therapiert werden, um den Verlust der zentralvenösen Zugangsgefäße zu vermeiden.
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Unter einer langfristigen parenteralen Ernährung kann es zur Entwicklung einer IFALD kommen, die u. U. eine Indikation zur Darmtransplantation bzw. multiviszeralen Transplantation ist.
Rekonstruktive Chirurgie und Darmtransplantation
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Ziele der rekonstruktiven Chirurgie sind die Verlangsamung des Transits des Speisebreies und die Erhöhung der Resorptionsfläche.
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Die Darmtransplantation ist insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen mit langer Lebenserwartung eine lebensrettende Behandlung, die in den meisten Fällen auch eine völlige orale Autonomie gewährleistet.
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Probleme sind nach wie vor die chronische Abstoßung und die daher lebenslang erforderliche Immunsuppression.