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DOI: 10.1055/s-0033-1356102
Psychiatrieentgeltsystem 2013 – Start im Streit
Psychiatric Prospective Payment System 2013 – a Controversial StartPublication History
Publication Date:
17 December 2013 (online)
![](https://www.thieme-connect.de/media/gesqm/201306/lookinside/thumbnails/10.1055-s-0033-1356102-1.jpg)
Zusammenfassung
Die bereits in 2009 eingeleitete Entwicklung eines durchgängigen, leistungsorientierten und pauschalierenden Vergütungssystems auf der Grundlage von tagesbezogenen Entgelten in der Psychiatrie und der Psychosomatik ist mit vielen Erwartungen an eine bessere Versorgung verbunden worden (Pauschalierendes Entgeltsystem für Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP)). Diese sind mit einem rationalen Kalkulationsmodell, das einzig und allein die Vergütung nach leistungsorientierten Gesichtspunkten neu regelt, dramatisch enttäuscht worden. Die psychiatrische und psychosomatische Fachwelt sieht die Gefahr, dass sie Medizin nur noch nach ökonomischen, nicht mehr nach fachlichen Gesichtspunkten ausüben kann und dass der psychisch erkrankte Mensch zum Kostenfaktor verkommt. Die Politik und die Kostenträger sind hier entspannter. Sie erleben nach zehn Jahren fallpauschalierter Vergütung in der Somatik einen Transparenz- und Qualitätssprung und wissen um die Weiterentwicklung der PEPP-Systematik im „lernenden System“. In diesem Beitrag werden die Motive für die massive Ablehnung der PEPP-Systematik durch die Fachgesellschaften und Leistungserbringer hinterfragt und das PEPP-System mit Anreizen und Fehlanreizen, sowie die Ansätze der Kostenträger zu Steuerungsmaßnahmen dargestellt.
Abstract
The development of a universal, performance-oriented, flat-rate payment system for psychiatry and psychosomatic medicine (PEPP) which began in 2009 was accompanied by high expectations regarding the improvement of patient-centered care. These hopes have been badly disappointed by a rational pricing model which is focussed exclusively on reimbursement based on performance criteria. Psychiatric and psychosomatic professionals fear that the practice of medicine will be dominated by economic instead of medical considerations and that the mentally ill will be reduced to cost factors. Politics and health funding agencies are more relaxed. 10 years’ experience of a flat-rate payment system for physical disorders were associated with a leap in transparency and quality. They regard PEPP as an adaptive system which will be continuously refined. This contribution examines the motives behind the rejection of PEPP by the professional associations and the service providers. PEPP and the resulting incentive structures will be discussed with respect to intended and unintended consequences as well as funding agencies’ approaches to control these processes.
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