Zur Reduktion der Weichteilanästhesie bei Routinebehandlungen (konservierend, parodontologisch,
prothetisch) in der Zahnheilkunde wurde 2008 von der Food and Drug Administration
(FDA) in den USA und im November 2011 auch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) eine Injektionslösung mit dem Wirkstoff Phentolaminmesilat
zugelassen. Eingesetzt werden darf sie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab
6 Jahren und einem Körpergewicht von > 15 kg. Durch den vermuteten Wirkmechanismus
der Vasodilatation (α-adrenerger Effekt) wird eine deutliche Reduktion der Rückbildungszeit
der Weichteilanästhesie erreicht. Dies hat auch eine schnellere Rückkehr der Funktionsfähigkeit
von Zunge, Wangen und Lippen zur Folge. Die Art und Frequenz von Nebenwirkungen ist
erfreulicherweise gering. An 1. Stelle stehen Schmerzen im Injektionsgebiet (5 %)
und andere lokale Beschwerden. Systemische kardiovaskuläre Ereignisse sind eine Hypertonie
(1,8 %) oder Bradykardie (1,3 %). Interventionsbedürftig waren diese Ereignisse jedoch
nicht.