Balint Journal 2014; 15(02): 56-60
DOI: 10.1055/s-0034-1375644
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Tübinger Modell der Anamnesegruppen

Zwischen Kommunikationstraining und Selbsterfahrung
K. E. Keifenheim
1   Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Tübingen
,
M. Teufel
1   Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Tübingen
,
E. R. Petzold
1   Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Tübingen
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
08. Juli 2014 (online)

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Zusammenfassung

Im Medizinstudium liegt die Betonung heute auf klinischem (Praxis-)Bezug und frühzeitigem Patientenkontakt bereits in vorklinischen Semestern. Es wird vermehrt in Kleingruppen gearbeitet und klinisch-praktische Fertigkeiten der Arzt-Patient-Kommunikation werden an den meisten Fakultäten zunehmend vermittelt. Die Aufgabe des Arztes, „Kommunikator“ zu sein, wurde in den zentralen CanMEDS-Rollen[1] festgeschrieben und hat so Eingang in den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog (NKLM) gefunden. Welche Bedeutung hat diese Entwicklung für die Anamnesegruppen, die in Deutschland seit nunmehr rund 40 Jahren in studentischer Selbstverwaltung existieren? Der Artikel beschreibt das Modell der Tübinger Anamnesegruppen heute und skizziert Herausforderungen und Chancen vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der medizinischen Lehre. Exemplarisch wird der Fallbericht einer Medizinstudierenden (5. Fachsemester) aus dem Sommersemester 2013 vorgestellt.

Abstract

In today’s medical education, clinical practice and early contact to patients in undergraduate education are emphasized. Faculties increasingly make use of working in small groups. Imparting of clinical skills and doctor-patient communication is more and more implemented. The physician’s role as a “communicator” is defined in the CanMEDS Roles and has found its way into the National Competence – Based Learning Objectives for Undergraduate Medical Education in Germany (NKLM). What does this development mean for “peer groups for taking medical histories” (anamnesis groups), which exist in Germany in student self-administration for over 40 years now? This article describes the Tübingen model for peer groups on taking medical histories today and outlines challenges and chances against the background of current developments in medical education. As an example, a report by a medical student of the 5th semester from summer term of 2013 is presented.

1 Die 7 CanMEDS-Rollen, unter ihnen der Arzt als „Kommunikator“, beschreiben zentrale Rollen im Berufsbild des Arztes. Sie sind inzwischen international anerkannt und auch Herzstück des deutschen NKLM.