Fragestellung: Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Untersuchung des Einflusses zweier neuer
Strategien auf unterschiedliche Parameter der postoperative Schmerzbehandlung bei
Patienten nach Mamma-Eingriffen. Es wurden sowohl die prophylaktische Anwendung eines
Oxycodon/Naloxon Retardpräparates, als auch die intraoperative Wundinfiltration mittels
Ropivacain evaluiert.
Methodik: Alle Patienten bei denen zwischen Januar 2011 und Dezember 2013 in der Klinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Jena ein Mamma-Eingriff
durchgeführt wurde, wurden eingeschlossen. Ab November 2011 erhielten sie ein Retardpräparat
mit Oxycodon und Naloxon als "Schmerzprophylaxe". Ab Mai 2013 wurde die intraoperative
Wundinfiltration mit einer 0,75%igen Ropivacain-Lösung angewandt. Es wurden insgesamt
vier Gruppen gebildet: Gruppe A (n = 212) erhielt die standardisierte postoperative
Schmerztherapie und diente als Kontrollgruppe, Gruppe B (n = 232) erhielt die Oxycodon-Prophylaxe,
bei Gruppe C (n = 52) wurde die Wundinfiltration appliziert und Gruppe D (n = 46)
wurde mit beiden Strategien behandelt. Die Evaluation der Daten erfolgte im Rahmen
des Projektes QUIPS (Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie)
mittels eines validierten Fragebogens.
Ergebnis: In der vorliegenden Untersuchung konnte eine signifikante Reduktion der Schmerzintensität
bei Belastung, in allen drei Studiengruppen gegenüber der Standardtherapie erreicht
werden (p < 0,05). Diese Verbesserung war zwischen den Gruppen vergleichbar (p > 0,05)
Es wurde eine signifikante Reduktion des Opioidbedarfs (p < 0,05). Die Lokalanästhesie-Gruppen
(C und D) benötigten deutlich weniger Bedarfsmedikation. Die Oxocodon-Gruppen (B und
D), klagten häufiger über Übelkeit.
Schlussfolgerung: Durch die Einführung dieser Strategien bei Mamma-Operationen konnte eine effektive
Reduktion der postoperativen Schmerzen sowie des Schmerzmittelbedarfs erreicht werden.
Die alleinige Wundrandinfiltration zeigt das günstigste Wirkungs-/Nebenwirkungsprofil
aller untersuchten Maßnahmen.