Zusammenfassung
Zielsetzung: Der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen hat aus der Perspektive von Akteuren innovativer Versorgungskonzepte unterschiedliche Bedeutsamkeit. Im Rahmen einer Nutzenanalyse wurden diese Partialinteressen am Beispiel einer Versorgungsstruktur der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung konkret untersucht.
Methodik: In Form eines multimethodischen Vorgehens wurde auf zwei Stufen Datenmaterial erhoben und zur Nutzenbewertung aufgearbeitet:
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Telefonische Nutzenbefragung bestehender qualitativer und ökonomischer Effekte aus Sicht involvierter Kooperationspartner.
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Analyse IKT-induzierter ökonomischer Effekte auf der Grundlage empirischer Vorstudienergebnisse und unter Einbezug von Versorgungsverträgen.
Ergebnisse: Qualitative Potenziale im Einsatz der IKT werden aus der Sicht von Patient, Kostenträger und Leistungserbringer weitestgehend einheitlich und mit insgesamt hoher Bedeutung bewertet. Prozessuale Effekte hingegen bilden in Abhängigkeit von der vertraglichen Grundlage nur einen geringen ökonomischen Anreiz und führen folgerichtig zu einer heterogenen Nutzenbewertung. Die Auswirkungen auf die Hospitalisierungen wirken diesem Effekt einheitlich positiv entgegen.
Schlussfolgerung: Das Fallbeispiel der SAPV zeigt, dass die Nutzenbewertung digitaler Technologien in direkter Abhängigkeit zu den originären Rahmenbedingungen des Versorgungskonzepts steht. Ökonomische Mehrwerte sind nur von Bedeutung, sofern der involvierte Akteur individuell von ihnen profitiert.
Abstract
Aim: The benefit of digital technologies in healthcare carries a different importance from the perspective of stakeholders in innovative forms of care. As part of a benefit analysis, these partial interests were examined within the example of a supply structure of outpatient palliative care.
Method: In the form of a multi-methodological approach, data was collected in two stages and processed for the benefit analysis:
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Telephone survey of existing qualitative benefits and economic effects from the perspective of involved stakeholder groups
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Analysis of ICT-induced economic effects based on empirical study results with the inclusion of contract structures.
Results: From the perspective of patients, payers and providers the qualitative supply potential in the use of ICT is assessed as being largely uniform and of high importance. However, efficiency-enhancing potential is found, depending on the contractual basis, where only a small incentive logically leads to a heterogeneous result. The impact on behavior in the form of hospitalizations counteracts this effect in a uniformly positive manner.
Conclusion: The case study of the SAPV shows that the benefit assessment of digital technologies is directly dependent on the primary framework of the supply concept. In particular, economic values are only important if the involved stakeholder could individually benefit from them.
Schlüsselwörter
Nutzenanalyse - eHealth - IKT - SAPV
Key words
benefit analysis - eHealth - ICT - palliative care