Zusammenfassung
Hintergrund: Viele Erkrankungen und Verletzungen an der Halswirbelsäule (HWS) bedürfen der chirurgischen
Behandlung. Diese kann sich eines breiten Repertoires verschiedener Verfahren bedienen.
Welche Kombination der einzelnen Verfahren sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen
Art der Erkrankung und der Lokalisation ab. Der Artikel gibt eine Übersicht über die
chirurgischen Optionen und deren Anwendung bei den Erkrankungen der HWS.
Methoden (Erkrankungen und chirurgische Methoden): Die HWS kann Schäden durch Verletzungen, akute und chronische Entzündungen, Tumore
und Degenerationen erleiden. Jede dieser Entitäten kann kurz- oder langfristig in
Abhängigkeit von Umfang und Verlauf zu Instabilitäten oder auch symptomatischen Einengungen
der Spinalkanales oder der Neuroforaminae führen. In diesen Fällen sind dann konservative
Methoden meist nicht ausreichend. Die Chirurgie der HWS bietet zur Behandlung derartiger
Probleme einerseits stabilisierende, andererseits dekomprimierende Verfahren an. Diese
Methoden sind jeweils über Zugänge von ventral und/oder dorsal umsetzbar. Während
die ventralen Zugänge sich entlang anatomischer Verschiebeschichten wie Faszien orientieren
und damit weniger traumatisch sind, muss bei dorsalen offenen Verfahren die Nackenmuskulatur
von den hinteren Abschnitten der Wirbel abgelöst werden. Für die technische Stabilisierung
der Wirbel stehen im Wesentlichen ventrale Platten und Schrauben, dorsale Schrauben-Stab-Systeme,
intervertebrale Cages und Wirbelkörperersatz-Implantate zur Verfügung. Eine dauerhafte
Stabilisierung über die technische Stabilisierung hinaus bedarf bspw. einer Apposition
von Knochen, um eine biologische und damit dauerhafte Fusion zu erreichen.
Ergebnisse: Anhand von 3 Fällen werden verschiedene chirurgische Optionen in Abhängigkeit der
Erkrankungen und deren Lokalisationen und Ausdehnungen abgebildet. Dargestellt wird
eine ausgedehnte spinale Enge auf der Basis degenerativer Veränderungen, eine Diszitits
mit epiduralem Abzeß und ein Fall mit kyphotischer Fehlstellung bei pathologischen
Frakturen über 4 konsekutive Wirbel.
Schlussfolgerung: Ebenso mannigfaltig wie die Erkrankungen der HWS sind die chirurgischen Optionen
und deren Kombinationsmöglichkeiten. Das Wissen um die Möglichkeiten und die Erfahrung
um deren Umsetzung ist notwendig um in Kooperation mit weiteren Fachrichtungen die
korrekten Indikationen zu finden.
Abstract
Background: Many diseases and injuries of the cervical spine (CS) require surgical treatment.
A wide pepertoire of different processes is available for such cases. The choice of
combination of individual methods depends on the nature of the problem and its localisation.
The present article provides a survey of the surgical options and their use in diseases
of the CS.
Methods (Diseases and Surgical Methods): The CS can suffer damage through injury, acute and chronic inflammatory processes,
tumours and degneration. Each of these entities can lead in the short- or long-term
to instability or also symptomatic impingement of the spinal canal or neuroforamins
depending on the extent and course. Surgery of the CS provides on the one hand stabilising
and on the other hand decompressing procedures for the management of these problems.
Each of these methods can be applied via a ventral and/or a dorsal approach. While
the ventral approaches are oriented along anatomic layers such as the fascia and are
thus less traumatic, in open dorsal procedures the neck musculature must be detached
from the posterior sections of the spinal bodies. Ventral plates and screws, dorsal
screw-rod systems, intervertebral cages and replacement grafts are mainly availble
for use in technical stabilisation of the spine. A permanent stabilisation beyond
such a technical stabilisation requires, for example, an apposition of bones in order
to realise a pewrmanent fusion.
Ergebnisse: On the basis of 3 cases the various surgical options in dependence on the disease,
its localistaion and extent are illustrated. We describe an extensive spinal constriction
due to degenerative changes, a discitis with epidural abscess and a case with kyphotic
misalignment with pathological fractures over 4 consecutive spinal bodies.
Conclusions: The surgical options and their possible combinations are just as manifold as the
diseases of the CS. Knowledge of the possibilities and experience in their application
as well as cooperation with other specialties are essential in order to derive the
correct indication.
Schlüsselwörter
Halswirbelsäule - Operationen - Erkrankungen
Key words
cervical spine - surgery - diseases