Z Gastroenterol 2015; 53 - KG325
DOI: 10.1055/s-0035-1559351

Perorale endoskopische Myotomie (POEM) zur Behandlung des Jackhammer-Ösophagus, eine Fallserie

Y Werner 1, G Schachschal 1, J Nast 2, O Mann 3, G Adam 4, U Denzer 1, S Groth 1, T Rösch 1
  • 1Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Interdisziplinäre Endoskopie, Hamburg, Deutschland
  • 2Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, I. Medizinische Klinik, Hamburg, Deutschland
  • 3Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • 4Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Radiologie, Hamburg, Deutschland

Hintergrund: Die perorale endoskopische Myotomie (POEM) erreicht gute Kurzzeitergebnisse in der Behandlung der Achalasie. Wir analysierten Sicherheit und Effektivität der POEM zur Behandlung des hyperkontraktilen Ösophagus (Jackhammer-Ösophagus).

Patienten und Methoden: 8 Patienten (m:w 5:3; mittl. Alter: 62J.) wurden behandelt. Die Diagnose basierte auf der HR Manometrie, 4/8 hatten eine UÖS-Relaxierungsstörung. Zugrundeliegende Erkrankungen wie eosinophile Ösophagitis und Refluxkrankheit waren ausgeschlossen, die medikamentöse Therapie war ineffektiv. Interventionell vorbehandelt waren n = 4 (n = 2 Botox, n = 1 Ballon, n = 1 Fundoplikatio). Hauptsymptome waren Dysphagie (5/8; 62,5%) und retrosternale Schmerzen (3/8; 37,5%).

Ergebnisse: POEM wurde in 8/8 erfolgreich durchgeführt. Die mittl. Eingriffszeit war 154 ± 42 min. Die mittl. Myotomielänge war 18 ± 2 cm. Bei n = 3 mit regelrechter UÖS-Relaxierung wurden die Muskelfasern im Bereich der Cardia nicht komplett durchtrennt. Komplikationen traten bei n = 3 (37,5%) auf: Muscularisdefekt im Bereich der Eintrittsstelle (n = 1) und Ablösung der Abstandskappe im submucosalen Tunnel (n = 2). Es traten Halsemphysem (5/8; 62,5%) und Pneumoperitoneum (7/8; 87,5%) mit Auswirkung auf die Beatmungssituation auf, weshalb bei 3/8 (37,5%) der Eingriff intermittierend (2 × 10 Min., 3 × 10 Min und mehrmals 10 Min.) pausiert und freie Luft abpunktiert wurde (7/7). Der Verlauf war in allen Fällen (8/8) unauffällig. Entlassung im Mittel 4 Tage (r:3 – 5) post-POEM.

Nach einem mittleren Follow-Up von 231 Tagen (r: 30 – 425) waren 6/8 (75%) beschwerdefrei. 3/8 (37,5%) hatten Refluxbeschwerden, endoskopisch waren nach 3 Monaten keine Refluxzeichen nachweisbar (0/5). Manometrisch zeigte sich in 4/5 Fällen eine fehlende Peristaltik in der Speiseröhre sowie eine Druckerniedrigung des UÖS bei mit kompletter Myotomie im Bereich der Cardia (n = 3; 21,7 mmHg prä- vs. 12 mmHg post-POEM, p = 0,070).

Schlussfolgerung: POEM ist in der Therapie des Jackhammer-Ösophagus machbar und scheint effektiv. Wegen der verlängerten Schnittführung, der Entwicklung von Halsemphysem und Pneumoperitoneum sollten längere Eingriffszeiten mit Interventionspausen eingeplant werden. Die mittel- sowie langfristigen Erfolgsraten und die Entwicklung einer Refluxkrankheit bleiben abzuwarten.