Angesichts der steigenden Zahl von Patienten mit Unverträglichkeiten gegenüber Zahnersatz kommt der Auswahl der unterschiedlichen Materialien in der Prothetik und Zahntechnik eine bedeutende Rolle zu. Gerade im Fall von zahnärztlichen Legierungen wird deren „Biokompatibilität“ im Patientenmund infrage gestellt, sobald sich diese mit anderen Legierungen in Gesellschaft befinden. Korrosive elektrochemische Vorgänge, die im Elektrolyten Speichel zwischen den verschiedenen Legierungen ablaufen, führen zur Lösung von Metallionen, die dann verschiedenartige biologische Auswirkungen haben. Obgleich diese Ursache für eine Protheseninkompatibilität bereits lange bekannt ist, wird ihr bislang zu wenig Beachtung geschenkt. Erhebungen in Dentallabors ergaben, dass gegenwärtig durchschnittlich mehr als 3 unterschiedliche Dentallegierungen für eine Versorgung mit Zahnersatz verwendet werden, die zu erheblichen elektrischen Feldstärken führen können. Folgen eines derartigen „Metallmix“ in der Mundhöhle sind Überempfindlichkeitsreaktionen und Veränderungen der oralen Gewebe sowie die Lösung von Zahnhartsubstanz und Zementen, was die Bedeutung elektrochemischer Vorgänge bei der Randspaltbildung metallischer Kronen, Füllungen und Stumpfaufbauten unterstreicht. Auch Veränderungen im oralen ökologischen Gleichgewicht, die durch die Auswirkung elektrischer Felder auf verschiedenartige Mikroorganismen hervorgerufen werden, sind bei der Genese von entzündlichen Erkrankungen der Mundschleimhaut und der parodontalen Gewebe zu diskutieren. Jede prothetische Versorgung sollte daher den bereits seit Jahrzehnten wiederholten Forderungen folgen, nämlich dass möglichst nur 1 Legierung in der Mundhöhle verwendet wird. Der Behandler sollte immer sicherstellen, welche Legierungen sich bereits in der Mundhöhle befinden, um danach die passende für die geplante Versorgung auszuwählen. Alternativ bieten sich hierfür mit gewissen statischen Einschränkungen auch keramische Werkstoffe und Kunststoffe als Zahnersatzmaterialien an.
Oral Galvanism ̶ Causes and Consequences
Considering the increasing number of patients showing denture incompatibilities, the selection of different dental materials plays a significant role. In particular, the biocompatibility of dental alloys is questioned whenever they are associated with other metals in the same oral cavity. Corrosive electro-chemical reactions caused by different alloys taking place in the presence of saliva lead to dissociation of metal ions resulting in various biological effects. Although all these reasons for a denture incompatibility are known by now, only poor consideration is bestowed upon them. A survey in dental laboratories revealed that currently more than 3 different alloys are used on average for the production of new dental prostheses being able to lead to considerable electric field strengths. Typical effects of such a “metal-mix” are reactions of hypersensitivity, alterations of the oral tissues as well as dissolution of hard tooth tissues and luting agents emphasizing the significance of electro-chemical reasons for the development of a marginal misfit of fixed dentures or root posts. Moreover, changes of the ecological balance inside the oral cavity resulting from distinct impacts of electric fields on different oral microbes must be discussed
whenever diseases and complaints of the oral mucosa or periodontal tissues occur. Therefore, every prosthetic treatment should comply with the repeated postulation to use only 1 alloy inside the same oral cavity. In this connection, the dentist must always identify the alloys located in the patient’s mouth in order to select an appropriate one for the denture planned. With respect to some static limitations, ceramic or resin materials can be used alternatively.
Schlüsselwörter
oraler Galvanismus - Prothesenunverträglichkeit - Biomaterialienzahnärztliche - Legierungen
Key words
oral galvanism - denture incompatibility - biomaterials - dental alloys