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DOI: 10.1055/s-0036-1583347
Prophylaxe und operative Behandlungsmöglichkeiten bei Armlymphödemen
Nach axillären Eingriffen kann ein sekundäres Armlymphödem entstehen.
Die Inzidenz ließ sich von etwa 20% nach Axilladissektionen auf 6% durch Sentinel-lymphknotenexstirpation senken.
Bei einer Axilladissektion sollte man als kraniale Obergrenze den Unterrand der Vena axillaris einhalten, wenn keine weiter kranial gelegene Lymphknotenmetastasen bestehen, um die Armkollektoren um die Arteria axillaris zu schonen.
Bei manifesten Armlymphödemen trotz konservativer, komplexer Entstauungstherapie besteht die Möglichkeit mikrochirurgisch einen Bypass mit Lymphkollektoren vom Oberschenkel zwischen aufsteigenden Armkollektoren und absteigenden Halskollektoren oder -lymphknoten anzulegen.
Seit Juni 1980 wird dieses Operationsverfahren in der Klinik angewandt. In Großhadern wurden seither 374 Patienten operiert, 213 mit Armödemen, 151 mit einseitigen Beinödemen und 10 mit Genitalödemen.
Bei den Extremitätenödemen zeigte sich postoperativ eine signifikante Reduktion der Volumina im Langzeitverlauf. Auch lymphsequenzszintigraphisch war der Lymphabfluss verbessert.
Bei einigen Patienten blieb jedoch postoperativ ein Restödem bestehen. Hier bietet sich eine Aspirationslipektomie als adjuvantes Resektionsverfahren an. Insgesamt wurden bisher 32 Patienten mit Armlymphödemen nach Lymphgefäßtransplantation adjuvant behandelt. Postoperativ fand sich eine weitere Volumenreduktion der betroffenen Extremitäten nach den Lipektomien. Eine Hebedefektmorbidität am Spenderbein fand sich bisher postoperativ weder klinisch noch lymphsequenzszintigraphisch.
Als mikrochirurgische Alternativen bieten sich lymphovenöse Anastomosen und vaskularisierte Lymphknotentransplantate an.
Durch Sentinellymphknotenexstirpation und anatomiegerechtes Vorgehen bei einer Axilladissektion lassen sich sekundäre Armödeme vermeiden.
Bei manifesten Armlymphödemen führt eine Lymphgefäßtransplantation langfristig zu einer Verbesserung des Lymphabflusses. Bei Restödemen kann eine Aspirationslipektomie als adjuvantes minimal-invasives Resektionsverfahren zur weiteren Ödemreduktion der erkrankten Extremitäten beitragen. Die Patienten geben insgesamt eine signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität an. Alternative mikrochirurgische Rekonstruktionsmöglichkeiten sind lymphovenöse Anastomosen und vaskularisierte Lymphknotentransplantate.