Einleitung: Realisierbarkeit und Vorteil der Robotischen Rektalen Chirurgie (RRC) im Vergleich
zur offenen oder zur laparoskopischen Rektumresektion ist bereits in zahlreichen Studien
beschrieben worden. Jedoch sind die gut bekannten Herausforderungen und Fallstricke
der minimalinvasiven rektalen Chirurgie bislang noch nicht durch einen multizentrischen
prospektive Ansatz analysiert. Das Ziel dieser Studie ist die Analyse des perioperativen
Outcomes von Patienten nach RRC, besonders hinsichtlich potentiellen Fallstricken
wie Adiposiats, mönnlcihes Geschlecht oder tiefen Tumoren in einem europäischen multizentrischen
Setting.
Methoden: Diese prospektive Studie schließt 348 Patienten mit robotisch-assistierter Rektumchirurgie
an fünf großen europäischen Zentren ein. Klinische und perioperative Parameter sowie
das Kurzzeit-Outcome sind analysiert worden.
Ergebnisse: Insgesamt sind 283 restaurative Operationen sowie 65 abdominoperineale rektumresektionen
durcgefürht worden. Die Konversionsrate betrug 4,3%, der mittlere Blutverlust lag
bei 191 ml, die durchschnittliche Operationszeit betrug 315 Minuten. In 13,5% der
Fälle traten postoperative Komplikationen mit einem Clavien-Dindo Score > 2 auf. Adipositas
und tiefe Tumorlokalisation waren nicht signifikant häufiger mit dem Auftreten solcher
Komplikationen oder einer Beeinträchtigung der onkologischen Parameter assoziiert.
Männliche Patienten hatten eine signifikant höhere Komplikationsrate und eine höhere
Rate an Anastomoseninsuffizienzen (p = 0,048 bzw. p = 0.008)
Diskussion: Es handelt sich bei der vorliegenden Studie um die aktuell größte europäische prospektive
multizentrische Analyse von RRS. Die RRS ist eine vielversprechende Technik zur Verbesserug
der Rektumresektion. Gut bekannte Fallstricken der minimalinvasiven Chirurgie wie
Adipositas und tiefe Tumoren können suffizient durch die RRS behandelt werden. Der
Risikofaktor des männlichen Geschlecht ist jedoch auch in der RRS nicht vollständig
auszuräumen.