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DOI: 10.1055/s-0037-1682075
Therapieerfolg und Einflussfaktoren der Intraarteriellen Vasodilatatortherapie der Nichtokklusiven Mesenterialen Ischämie
Publication History
Publication Date:
27 March 2019 (online)
Zielsetzung:
Bei der Nichtokklusiven Mesenterialen Ischämie (NOMI) führt eine Vasokonstriktion der Viszeralarterien zu einer Minderperfusion des Darmes bis hin zur Darmnekrose mit resultierender hoher Letalität. Der Effekt der intraarteriellen (i.a.) Applikation von Vasodilatatoren ist bislang unklar. In dieser Arbeit soll daher retrospektiv der Nutzen dieser intraarteriellen Infusionstherapie und Einflussfaktoren bei Patienten mit gesicherter NOMI untersucht werden.
Material und Methoden:
Zwischen 2015 – 2018, wurde in einer retrospektiven Analyse alle Patienten mit lokaler i.a. Infusionstherapie (Papaverinhydrochlorid, Dosis 50 mg/Stunde) ausgewertet. Alle Intensivpatienten hatten vor Therapie eine klinisch und bildmorphologisch bestätigte NOMI. Bestimmt wurden die Überlebensrate und inwieweit einzelne Parameter (Alter, Geschlecht, präinterventionelles Laktat, Basenüberschuss, PH-Wert, Gerinnungsparameter, Katecholaminbedarf) als Prädiktoren herangezogen werden können.
Ergebnisse:
35 Patienten, 14 Frauen, (Mittelwert 68 ± 12 Jahre), erhielten im Beobachtungszeitraum eine i.a. Papaverintherapie. Die Überlebensrate lag bei 23% (8/35 Patienten). Einflussfaktoren auf den Therapieerfolg waren Laktat vor der Intervention p = 0.033, PH-Wert vor der Intervention: p = 0.009 und ein Basenüberschuss p = 0.016. Ein präinterventioneller Laktatwert > 2,3 mmol/l, PH-Wert < 7.31 und ein Basenüberschuss < -0,78 bedingen ein signifikant schlechteren Therapieerfolg der i.a. Papaverintherapie.
Schlussfolgerungen:
Trotz einer sofortigen intrarateriellen Vasodilatatortherapie besitzt die NOMI eine hohe Letalität. Prognostisch ungünstige Faktoren vor der Intervention sind ein hohes Laktat, ein niedriger PH-Wert und ein hoher Basenüberschuss.