Zusammenfassung
Veränderungen der epigenetischen Kontrolle der Genregulation durch DNA-Methylierung, Histonmodifikationen und Chromatinremodelling werden zunehmend auch im Rahmen psychischer Erkrankungen untersucht. Befunde aus den vergangenen zehn Jahren legen nahe, dass epigenetischen Veränderungen eine wesentliche Rolle in der biologischen Grundlage affektiver Störungen zukommt. Dabei können über epigenetische Einflüsse intrauterine und frühkindliche Erfahrungen gespeichert werden und die Vulnerabilität für affektive Störungen erhöhen. Aber auch während der akuten Erkrankung können epigenetische Mechanismen das biologische Substrat aufrechterhaltender Bedingungen sein. Durch die Kenntnis epigenetischer Prozesse im Rahmen der Depression sind in den nächsten Jahren Fortschritte in Therapie und Diagnostik dieser schweren psychischen Erkrankungen zu erwarten.
Summary
Changes in the epigenetic control of the regulation of genes through DNA methylation, modification of histone proteins and chromatine remodelling are increasingly recognized in their fundamental role in psychiatric disorders. Research findings from the last decade show that epigenetic dysregulation plays a major role in the biological underpinnings of affective disorders. Intrauterine as well as early developmental experiences can be transmitted into vulnerability towards the disorder by epigenetic means. But also during the episodes of depression, epigenetic mechanisms may be the substrate of maintaining factors. Investigating the epigenetic underpinning of the disorder will help to advance understanding, diagnostics and therapy of this devastating illness.
Schlüsselwörter
Depression - Epigenetik - DNA-Methylierung
Keywords
Depression - epigenetics - DNA methylation