Zusammenfassung
In einer retrospektiven Studie wurde der Effekt der präoperativen Antikoagulation auf den perioperativen Blutverlust und Veränderungen im Gerinnungssystem nach Herztransplantation untersucht; 11 Patienten erhielten vor der Operation zumindest 3 Wochen Heparin i. v., 12 Patienten Phenprocoumon. Die Kontrollgrup-pe bestand aus 13 Patienten, die sich ohne präoperative Antikoagulation einer aorto-koronaren Bypass-Operation unterziehen mußten.
Patienten der Heparingruppe hatten 36 Stunden postoperativ im Mittel 700 ml Blut über die Drainagen verloren, Patienten in der Phenprocoumongruppe 425 ml und in der Kontrollgruppe 360 ml. Der Anstieg der »aktivierten Gerinnungszeit« nach Vollheparinisierung vor Beginn der extrakorporalen Zirkulation war bei Patienten der Heparingruppe am geringsten. Patienten der Phenprocoumongruppe erhielten postoperativ mehr Gerinnungspräparate in Form von gefrorenem Frischplasma, Prothrombinkonzentraten und Vitamin K als die anderen Patienten. Die Ergebnisse zeigen, daß eine Herztransplantation ohne Anstieg eines perioperativen Blutungsrisikos und damit auch ohne zusätzliche chirurgische bzw. anästhesiologische Komplikationen unter Antikoagulation mit Phenprocoumon vorgenommen werden kann, wenn die Gerinnung zu Beginn der Operation durch Prothrombinkonzentrate normalisiert wurde.
Schlüsselwörter
Herztransplantation - Phenprocoumon - perioperative Komplikationen