CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S54
DOI: 10.1055/s-0039-1685879
Abstracts
Onkologie

Plattenepithelkarzinome des äußeren Gehörgangs: Eine eigene Entität?

L Lindner
1   Klinikum rechts der Isar, München
,
M Wirth
1   Klinikum rechts der Isar, München
,
F Johnson
1   Klinikum rechts der Isar, München
,
A Knopf
1   Klinikum rechts der Isar, München
› Author Affiliations
 

Zielsetzung:

Kutane Plattenepithelkarzinome (SCC) des äußeren Gehörgangs (EAM) sind mit einer sehr schlechten Prognose verbunden. Unsere Studie bewertet onkologische Parameter und immunsuppressive Komorbiditäten als zugrunde liegende Risikofaktoren.

Methoden:

Es wurden 136 Patienten (31 EAM, 60 SCC des Ohres, 45 SCC des Gesichts) in die Studie eingeschlossen. Onkologische Parameter und immunsuppressive Komorbiditäten wurden retrospektiv beurteilt.

Ergebnisse:

SCC des EAM zeigten zum Zeitpunkt der Diagnose im Vergleich zu allen anderen Untergruppen einen erhöhten T/N-Status. Das Tumorrezidiv des SCC des EAM tritt mit einer 1,2-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit auf (p = 0,016), während ein hoher T/N-Status ein 1,8/2,5-fach erhöhtes Risiko eines tumorassoziierten Todes mit sich bringt. Nach Angleichung des T/N-Status war das Gesamtüberleben bei SCC des EAM mit allen anderen Tumororten vergleichbar. Immunsuppressive Komorbiditäten, wie Diabetes mellitus, hämatologische Erkrankungen oder vorangegangene Herz-/Nierentransplantation sind bei 25% der Patienten als häufigste Nebendiagnosen aufgefallen. Eine COX-Regressions-Analyse ergab, dass immunsuppressive Komorbiditäten das rezidivfreie oder das Gesamtüberleben nicht beeinflussten.

Schlussfolgerung:

SCC des EAM repräsentieren einen aggressiveren Phänotypen, der zum Zeitpunkt der Diagnose einen signifikant erhöhten T/N-Status aufweist, was zu einem erhöhten Risiko eines Tumorrezidivs und schlechteren Überleben führt. Immunsuppressive Komorbiditäten sind nicht mit einem schlechteren Gesamtüberleben oder Tumorrezidiv verbunden.



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Publication Date:
23 April 2019 (online)

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