RSS-Feed abonnieren
DOI: 10.1055/s-0041-102863
Amputationen an der unteren Extremität oberhalb des Sprunggelenks
Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
21. August 2015 (online)

Bedingt durch den medizinischen Fortschritt sind unfallbedingte Amputationen in den letzten Jahrzehnten deutlich seltener geworden. Betroffen sind überwiegend die unteren Extremitäten. Hierbei ist zu unterscheiden, ob es bereits im Rahmen des Unfalls selbst zu einer Amputation kam (primäre Amputation), oder ob das Ausmaß der Verletzung einer Extremität im Rahmen der chirurgischen Behandlung eine Amputation notwendig macht (sekundäre Amputation).
Für den Behandlungserfolg entscheidend ist, dass ein belastungs- und bewegungsfähiger sowie schmerzfreier Stumpf erreicht wird. Als Stumpfvoraussetzungen für eine ideale prothetische Versorgung gelten
-
eine möglichst periphere Amputation,
-
hohe Endbelastbarkeit und
-
eine prothesengerechte Form.
Stumpf und Prothesenpassform sind letztendlich maßgeblich für den Rehabilitationsprozess und die Wiedereingliederung in den sozialen und beruflichen Alltag.
Eine optimale Begleitung und Gesamtkonzipierung der Therapieplanung unter Einbeziehung aller Therapiepartner wie Ärzte, Pflegepersonal, Orthopädietechniker, Schmerztherapeuten, Psychologen sowie Physiotherapeuten sollte ermöglicht werden. Einem prolongierten Behandlungsprozess mit Resignation und Frustration des Patienten und anhaltender Schmerzproblematik kann dadurch vorgebeugt werden.
-
Literatur
- 1 Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie – DGG. Leitlinie zur amputationsbedrohten Extremität. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie). Im Internet: http://www.gefaesschirurgie.de/fileadmin/websites/dgg/download/LL_amputationsbedrohte_Extremitaet_2011.pdf Stand: 03.05.2015
- 2 Statistisches Bundesamt. Gesundheit. Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik), Operationen und Prozeduren der vollstationären Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern – ausführliche Darstellung – 2013. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt; 2014: 23
- 3 Kirschner M. Allgemeine und Spezielle Chirurgische Operationslehre. 1. Band. Berlin: Julius Springer; 1927: 581
- 4 Baumgartner R, Botta P. Amputation und Prothesenversorgung. 2. Aufl.. Stuttgart, New York: Thieme; 2008
- 5 Baumgartner R, Greitemann B. Grundkurs technische Orthopädie. 2. Aufl.. Stuttgart, New York: Thieme; 2007
- 6 Johansen K, Daines M, Howey T et al. Objective criteria accurately predict amputation following lower extremity trauma. J Trauma 1990; 30: 568-572
- 7 Greitemann B, Baumgartner R. Technische Orthopädie. In: Wirth CJ, Mutschler W, Hrsg. Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie. 2. Aufl. Stuttgart, New York: Thieme; 2009
- 8 Kern KU, Bialas P, Fangmann D. Retardiertes Tapentadol bei Phantomschmerzen. Eine Fallserie. Schmerz 2013; 27: 174-181
- 9 Deutsche Gesellschaft für Neurologie – DGN. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Pharmakologisch nicht interventionelle Therapie chronisch neuropathischer Schmerzen, Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Im Internet: http://www.dgn.org/leitlinien/11-leitlinien-der-dgn/2373-ll62-2012-pharmakologisch-nicht-interventionelle-therapie-chronisch-neuropathischer-schmerzen Stand: 17.05.2015