Erfahrungsheilkunde 2016; 65(03): 168
DOI: 10.1055/s-0042-110064
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© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Naturheilkunde und Komplementärmedizin

Gemeinsame Präsenz und persönlicher Kontakt contra E-Learning und E-Commerce
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
25. Juli 2016 (online)

Die Medizinische Woche in Baden-Baden ist seit Jahrzehnten die etablierte, internationale Fortbildungsveranstaltung der naturheilkundlichen und komplementärmedizinisch tätigen f#8222;rzte. In diesem Jahr wird der 50. Jubiläumskongress gefeiert.

Die Medizinische Woche wurde immer von dem Gedanken getragen, der pluralistischen Methodenvielfalt Raum zu geben. Bewährte Methoden haben sich durchgesetzt und sind zum Teil allgemein anerkannte Therapieverfahren bei entsprechenden Indikationen geworden. Dafür haben sich ärztliche Kollegen und Firmen aus dem Bereich der Komplementärmedizin durch Grundlagenforschungen und gute Dokumentationen mit viel Engagement eingesetzt.

Dieses Miteinander gerade auch im persönlichen Aufeinandertreffen der Referenten, Aussteller und Kongressbesucher auf der Medizinischen Woche hat über viele Jahre das besondere Flair in Baden-Baden geprägt. Nach meiner eigenen Erfahrung möchte ich diesen persönlichen Kontakt nicht mehr missen und freue mich jährlich auf diese Veranstaltung, um eigenes Wissen zu hinterfragen oder weiterzugeben und für die praktische ärztliche Tätigkeit zu vertiefen.

Heute spielen Zeit und Geld, E-Learning, E-Commerce und E-Marketing eine immer größere Rolle und manche f#8222;rztin, mancher Arzt und auch so mache Marketing-Abteilung denkt über ihre Präsenz auf Kongressen nach.

Um nicht im „eigenen Saft“ von E-Learning, Printmedien und der Tätigkeit in der eigenen Klinik oder Praxis den Überblick zu verlieren, wird ein fruchtbarer Austausch von Kongressteilnehmern mit den Ausstellern auf der Medizinischen Woche benötigt. Trotz aller digitaler OTC-Werbung, Apothekenmarketing und Laienveranstaltungen ist immer noch in hohem Maß das Vertrauen des Patienten in seinen Arzt eine wichtige Größe. Produkte und (Geräte-) Anwendungen, die dieser empfiehlt, werden ungleich häufiger und nachhaltiger eingesetzt. Basis dafür ist eine auch über das Jahr andauernde Kooperation zwischen Therapeut und Firmen.

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Manche Firma war in den letzten Jahren nicht mehr auf der Medizinischen Woche vertreten. Die Gründe hierfür mögen vielfältig sein. Die naturheilkundliche Community sollte jedoch eine gemeinsame, Identifikation stiftende Plattform behalten. Gewinnmaximierung und übertriebene Kostenkontrolle am falschen Platz sind hier kontraproduktiv. Die Produkte bzw. Präparate dieser Firmen könnten im klinischen Alltag in Vergessenheit geraten und von anderen ersetzt werden, die sich auf der Medizinischen Woche durch gute Erfahrungen und persönliche Kontakte durchsetzen.

In diesem Sinne freue ich mich als Vorstandsmitglied der f#8222;rztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde über eine zahlreiche und kontinuierliche Präsenz von Anwendern und Anbietern.

Dr. med. Stephan Wey, Lauf (Baden), Vorstandsmitglied der f#8222;rztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde