Zusammenfassung
Zielsetzung: Untersuchung der Dokumentationsqualität in der für alle deutschen Krankenhäuser verpflichtenden
externen stationären Qualitätssicherung nach § 136 SGBV (ESQS).
Methodik: Analyse der Vollzähligkeit der Teilnahme der Krankenhäuser und der gelieferten Datensätze
sowie der Richtigkeit der übermittelten Daten auf der Grundlage der ESQS-Bundesauswertungen
und der Berichte zur Datenvalidierung 2010 – 2014.
Ergebnisse: Die Vollzähligkeit der teilnehmenden Krankenhäuser und der gelieferten Datensätze
hat sich seit 2010 kontinuierlich verbessert und liegt nahe 100 %.
Ein Abgleich der Dokumentation für die Qualitätssicherung mit Einträgen in 9266 Patientenakten
für 339 Datenfelder im Rahmen der systematischen Datenvalidierung 2010 – 2014 zeigte
für 31,9 % der geprüften Datenfelder Verbesserungsbedarf.
Von direkt indikatorenrelevanten unerwünschten Ereignissen (außer Todesfällen) wurden
33,2 % fälschlich nicht für die Qualitätssicherung dokumentiert, bei Todesfällen liegt
diese Unterdokumentation bei 3,5 %. Direkt indikatorenrelevante unerwünschte Ereignisse
(Komplikationen) wurden häufiger unterdokumentiert als überdokumentiert, bei indikatorenrelevanten
erwünschten Ereignissen ist das Verhältnis umgekehrt. Allerdings dokumentieren Krankenhäuser
in relevantem Ausmaß auch zu ihrem Nachteil fehlerhaft.
Schlussfolgerung: Es sind eine hohe Vollzähligkeit der Datenlieferung, jedoch auch relevante Dokumentationsmängel
in der externen stationären Qualitätssicherung festzustellen. Aufgrund der Dokumentationsfehler
erscheinen Krankenhausergebnisse häufiger „falsch positiv“ als „falsch negativ“. Missverständnisse
und Nachlässigkeit scheinen relevante Ursachen der Dokumentationsfehler darzustellen.
Es sollten insbesondere angesichts der geplanten Einbeziehung von Daten der ESQS in
eine qualitätsorientierte Versorgungssteuerung geeignete Maßnahmen eingeleitet werden,
um die Qualität dieser Daten zu verbessern.
Abstract
Aim: Analysis of data quality for the mandatory German national hospital performance measurement
system.
Method: The completeness of hospital participation and submitted data sets were evaluated
as well as the correctness of self-reported data based on the yearly published national
performance measurement results and the reports from the systematic data validation
procedures 2010 – 2014.
Results: Participation of hospitals and completeness of submitted data sets are closely to
100 % and show a continuous improvement since 2010.
A comparison of documentation for the performance measurement system with entries
in 9266 patient records for 339 items between 2010 and 2014 show „necessity for improvement“
in 31.9 % of these items.
33.2 % of complications (except deaths) and 3.5 % of deaths were wrongly not documented
for performance measurement. Undesirable events (complications) were more often not
documented for performance measurement than desirable events. Desirable events are
more often wrongly overdocumented than undesirable events.
Conclusion: The analysis shows a high degree of completeness but relevant deficiencies in the
correctness of data. Mostly, documentation errors alter the quality results in favor
of hospitals with the consequence of overestimating hospital quality. Misunderstanding
and negligence seem to be important reasons for documentation errors. Thus, measures
should be taken to improve data quality, particularly with regard to the plans to
intensify the use of these data for quality-oriented regulation of care.
Schlüsselwörter
Qualität - Qualitätssicherung - Qualitätsindikatoren - Datenqualität - Dokumentationsqualität
- externe stationäre Qualitätssicherung nach § 136 SGB V
Key Words
quality - performance measurement - quality indicator - data validity - documentation
quality - German national mandatory hospital performance measurement system