Prof. Dr. med. Manfred Wildner
Mose muss rot vor Zorn – und Anstrengung – gewesen sein, als er die Gesetzestafeln 1.0 angesichts des Verhaltens seines Volkes auf der langen Wanderung durch die Sinai-Wüste zerschlug. Die sittlich ausgerichtete Hälfte der dort eingemeißelten Gebote ist ohnehin eine kulturübergreifende, universale Menschheitsleistung: Nicht töten, nicht stehlen, kein sexuelles Fehlverhalten, keine falsche Rede und – ein Novum gegenüber dem jüdischen Dekalog – Abstinenz gegenüber Rauschmitteln finden sich als Anspruch auch in den asiatischen Weisheitsreligionen des Buddhismus und Taoismus. Als Version 2.0 fanden Moses Steintafeln dann doch noch ihren Weg in die – wohlverschlossene – Bundeslade.