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DOI: 10.1055/s-0042-1756774
Akute Oberbauchblutung durch Ruptur eines Milzarterienaneurysmas in der 37. SSW
Authors
Zusammenfassung Wir präsentieren den Fall einer Patientin in 36+2 SSW, die durch Aufstampfen eine kreislaufrelevante Blutung aus einem rupturierten Milzarterienaneurysma auslöste.
Anamnese und klinischer Befund Eine 25-jährige 1G0P stellte sich in 36+2 SSW mit der Feuerwehr in unserem Kreißsaal vor. Während einer verbalen Auseinandersetzung mit ihrer Mutter habe die Patientin kräftig aufgestampft und einschießende linksseitige Oberbauchschmerzen verspürt. Bei Aufnahme zeigte sich ein diffuser abdomineller Druckschmerz ohne Abwehrspannung, sonografisch ein vitaler Fetus ohne Hinweis auf vorzeitige Plazentalösung, keine freie Flüssigkeit.
Nach initial physiologischem CTG trat nach 60 Minuten eine sporadische Dezeleration auf.
Sonografisch war nun freie Flüssigkeit perihepatisch und im Unterbauch darstellbar. Die Patientin war weiterhin kreislaufstabil. Es erfolgte die Indikation zur sekundären Sectio mit den Allgemeinchirurgen.
Diagnose Akute Blutung
Therapie und Verlauf Nach dem Pfannenstielschnitt entleerte sich schwallartig Blut. Entwicklung eines zunächst leblosen Mädchens (Apgar 0/7/8, pH 7,09), unter neonatologischer Versorgung rasche Adaptation. Nach Uterotomieverschluss Übernahme durch die Allgemeinchirurgie. Bei diffuser starker Oberbauchblutung Entschluss zur Längslaparotomie. Als Blutungsquelle wurden retrogastrale Gefäße identifiziert. Zunächst erfolgreiche Blutstillung bei Blutverlust von 4500 ml (Transfusion von 8 EKs, 4 FFPs, Tranexamsäure, 1500IE PPSB, 1g Fibrinogen), Verlegung auf die Intensivstation. Nach 1,5 Stunden Notfallrevision bei Kreislaufinstabilität und Blutverlust über die Drainagen. Als ultima ratio erfolgte bei nicht lokal stillbarer Blutung unter dem Verdacht auf ein rupturiertes Milzarterienaneurysma die Pankreaslinksresektion mit Splenektomie. Es wurden weitere 6 EKs und 2 FFPs verabreicht. Histologisch wurde ein aneurysmatisch erweitertes und rupturiertes Milzarteriengefäß diagnostiziert. Nach zwei Tagen Verlegung auf Normalstation. Der weitere postoperative und postnatale Verlauf gestaltete sich unauffällig.
Publication History
Article published online:
11 October 2022
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Georg Thieme Verlag
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