Geburtshilfe Frauenheilkd 2022; 82(10): e70
DOI: 10.1055/s-0042-1756813
Abstracts | DGGG

Fetale Programmierung: Die Erhöhung von Neurofilamente und MR-proANP-Werte im arteriellen Nabelschnurblut bei fetaler Wachstumsrestriktion

Autor*innen

  • J Fryze

    1   Universitätsklinikum Dresden, TU Dresden, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
  • R Mauer

    2   Institut für medizinische Informatik und Biometrie, TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • F Stäritz

    1   Universitätsklinikum Dresden, TU Dresden, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
  • K Akgün

    3   Universitätsklinikum Dresden, TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Dresden, Deutschland
  • T Ziemssen

    3   Universitätsklinikum Dresden, TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Dresden, Deutschland
  • C Birdir

    1   Universitätsklinikum Dresden, TU Dresden, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
    4   Zentrum für fetoneonatale Gesundheit, TU Dresden, Dresden, Deutschland
 

Zielsetzung Fetale Programmierung: Die Erhöhung von Neurofilamente (NFL) und MR-proANP-Werte sind im arteriellen Nabelschnurblut bei fetaler Wachstumsrestriktion als Zeichen einer fetalen neurologisch und kardialen Programmierung.

Materialien Die negative Auswirkung der fetalen Wachstumsrestriktion auf fetale Hirn- und kardiale Entwicklung ist bekannt. Es gab bisher kein nachgewiesener fetalen biochemischen Marker, der diese fetale Programmierung nachweisen konnte. Das Ziel dieser Studie ist die Korrelation zwischen NFL-und MR-proANP-Spiegel im arteriellen Nabelschnurblut und fetaler Wachstumsrestriktion (FGR) als Nachweis einer fetalen Programmierung.

Methoden Diese prospektive Fall-Kontroll-Studie wurde zwischen 2020 und 2021 in der Universitätsfrauenklinik Dresden durchgeführt. FGR-Gruppe (N=29) wurde nach den Kriterien der ISUOG definiert. Die Kontrollgruppe (N=58) hatte weder FGR noch anderen fetalen oder maternalen Komplikationen. NFL und MR-proANP wurden im arteriellen Nabelschnurblut gemessen.

Ergebnisse Der mediane NFL-Spiegel (14.3 (9.7 – 25.1 IQR) (p=0.014)) und MR-proANP-Spiegel (487.2 (218-708.8 IQR) (p<0.0001)) waren signifikant höher in FGR im Vergleich zu den Kontrollen (11.6 (8.2 – 15.9 IQR) für NFL und 170.4 (142.9-211.5 IQR) für MR-proANP)). Wenn die FGR-Gruppe in “early onset” FGR (N=11) und “late onset” FGR (N=18) Gruppen geteilt wird, der mediane NFL-Spiegel (29.8 (24.5 – 34.8 IQR) (p<0.0001)) und MR-proANP-Spiegel (764.4 (503.7-929.1 IQR) (p<0.0001)) waren signifikant höher in “early onset” FGR-Gruppe im Vergleich zu den Kontrollen. Es gab keine signifikante Korrelation des medianen NFL-Spiegel (11.3 (9.2 – 14.3 IQR) (p=0.8915)) und MR-proANP-Spiegel (221 (150.8-454.4 IQR) (p=0.0608)) zwischen “late onset” FGR-Gruppe und Kontrollen.

Zusammenfassung Die signifikante Erhöhung der NFL-und MR-proANP-Werte im Nabelschnurblut bei FGR könnte ein Nachweis auf fetale Programmierung bei FGR sein.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
11. Oktober 2022

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