Geburtshilfe Frauenheilkd 2022; 82(10): e104-e105
DOI: 10.1055/s-0042-1756898
Abstracts | DGGG

StepOPgyn: Ein strukturiertes und stufenbasiertes Curriculum für die operative Gynäkologie

Autor*innen

  • R Klapdor

    1   Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
  • S Heuermann

    1   Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
  • M Jentschke

    1   Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
  • H Hertel

    1   Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
  • P Hillemanns

    1   Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
 

Zielsetzung Entwicklung eines strukturierten, stufenbasierten, transparenten Ausbildungscurriculum in der operativen Gynäkologie.

Hintergrund Chirurgische Fächer erleiden einen zunehmenden Ärztemangel. Insbesondere die nicht strukturierte und nicht transparente operative Ausbildung führt zu großer Unzufriedenheit bei Assistenzärzt*innen (s. Parallelabstract). Qualitätssicherung und nachhaltige Nachwuchsförderung sind bisher nur vereinzelt vorhanden. Technisches und theoretisches Training kombiniert mit regelmäßigem Mentoring sind laut bisherigen Ergebnissen die Schlüsselkonzepte für eine erfolgreiche Ausbildung.

Methoden Ein dreistufiges Operationscurriculum

(12 Monate) wurde entwickelt, das von einfachen diagnostischen hysteroskopischen und laparaskopischen Eingriffen bis zur laparoskopischen Hysterektomie führt. Jede Stufe besteht aus drei Unterabschnitten: Theoretischer Hintergrund, Operationskunde, Technische Skills. Checklisten überprüfen den erfolgreichen Abschluss einer Stufe und die Befähigung zur Durchführung neuer operativer Eingriffe. Regelmäßige Mentoringgespräche unterstützen die Entwicklung. Ein Trainingsraum mit OP-Simulatoren dient dem technischen Training. Zur Evaluation des Programms wurde ein standardisierter Fragebogen erstellt und es erfolgt die Auswertung der durchgeführten Operationen.

Ergebnisse Das Programm wurde im Juli 2021 eingeführt. Im Gegensatz zu vorherigen Jahren konnten alle von Beginn an teilnehmenden Assistenzärzt*innen während ihrer Rotation die Stufe III erreichen und laparoskopische Hysterektomien durchführen. Individuelle Rückmeldung deuten auf eine stark gestiegene Zufriedenheit hin. Die Ergebnisse nach einem Jahr werden im Juli ausgewertet und auf dem Kongress vorgestellt.

Schlussfolgerung Über dieses strukturierte, modulare Curriculum kann nicht nur eine Standardisierung der operativen Ausbildung erreicht werden. Es ermöglicht gleichzeitig eine hohe Transparenz und individuelle Begleitung bei der Ausbildung. Hierdurch soll nicht nur eine höhere Zufriedenheit der Assistenzärzt*innen, sondern auch eine optimierte Patientinnenversorgung und Qualitätssicherung der Operationen erreicht werden.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
11. Oktober 2022

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