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DOI: 10.1055/s-0042-1757034
Infarziertes Ovarialfibrom nach Ovartorsion
Autor*innen
Zusammenfassung Die Differentialdiagnose von Unterbauchtumoren zeigt sich im klinischen Alltag immer wieder als Herausforderung. Unser Fall beschreibt eine Patientin mit einer Raumforderung im Douglas ohne Organbezug, die sich am ehesten mit einem infarziertem Ovarialfibrom nach Ovartorsion vereinbaren lässt.
Anamnese und klinischer Befund Die 59-jährige Patientin stellte sich mit Subileusbeschwerden zur weiteren Abklärung vor. In unserer Aufnahmeuntersuchung zeigte sich eine 8x4x8 cm große glatt begrenzte Raumforderung am ehesten vom rechten Ovar ausgehend, palpatorisch im kleinen Becken fixiert. Die Tumormarker (CEA, CA 19-9, CA 125) zeigten sich normwertig. CT-graphisch konnte eine Dünndarminfiltration nicht ausgeschlossen werden. In einer MRT-Bildgebung konnte der Prozess nicht eindeutig zugeordnet werden bei nicht abgrenzbarer Adnexe rechts. Anamnestisch bestanden keine Voroperationen im Bereich des rechten Eierstocks.
Diagnose Bis 12 cm große überwiegend hämorrhagisch nekrotische Spindelzellproliferation DD infarziertes Fibrom.
Linksseitiges Adnexektomiepräparat mit einem bis 7 cm großen Ovarialfibrom.
Therapie und Verlauf Es erfolgte die explorative Längslaparotomie. Intraoperativ zeigte sich ein mit dem Dünndarm, der Uterushinterwand und dem Rektum verbackener, hart indurierter Prozess im Douglas, der sich ohne Organzugehörigkeit zeigte. Dieser konnte nach ausgedehnter Adhäsiolyse in toto entfernt werden. Ovargewebe oder eine Tube waren nicht nachweisbar. In der Gesamtschau der Befunde ist von einer Torsion des Ovarialfibroms rechts mit konsekutiver Infarzierung auszugehen.
Publikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
11. Oktober 2022
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