Geburtshilfe Frauenheilkd 2022; 82(10): e178
DOI: 10.1055/s-0042-1757090
Abstracts | DGGG

Schwere postpartale COVID-19-Erkrankung eines Neugeborenen

Autor*innen

  • S Wahaj

    1   Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Frauenheilkunde, Hamburg, Deutschland
  • T Bernard

    1   Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Frauenheilkunde, Hamburg, Deutschland
  • M Lauke

    1   Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Frauenheilkunde, Hamburg, Deutschland
  • H Uhlig

    2   Kinderarzt Doktor Uhlig & Kollegen, Hamburg, Deutschland
  • C Lindner

    1   Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Frauenheilkunde, Hamburg, Deutschland
 

Zusammenfassung In dieser Kasuistik wird über den schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung eines Neugeborenen, dessen Mutter zum Zeitpunkt der Geburt SARS-CoV-2-positiv, jedoch nahezu asymptomatisch war, berichtet. Das Neugeborene wurde 36 Stunden postpartal symptomatisch und im Verlauf intubationspflichtig mit einem sehr schweren weiteren Krankheitsverlauf. Aufgrund der kurzen Inkubationszeit stellt sich der Verdacht auf eine intrapartale Transmission.

Anamnese und klinischer Befund Die stationäre Aufnahme der 26-jährigen 1P erfolgte in der 37+5 SSW mit vorzeitigem Blasensprung und Wehentätigkeit. Die Patientin war zuvor mit einem milden Verlauf an einer Coronainfektion erkrankt und befand sich acht Tage in häuslicher Quarantäne. Als Restsymptom bestand lediglich ein leichter Husten, kein Fieber. Die Patientin war zuvor weder gegen SARS-CoV-2 geimpft noch genesen.

Die Schwangerschaft war bis zur Coronainfektion komplikationslos verlaufen.

Diagnose Verdacht auf eine intrapartale Transmission von SARS-CoV-2 auf ein Neugeborenes

Therapie und Verlauf Die Entbindung erfolgte vaginal mittels Vakuumextraktion vom Beckenausgang bei pathologischem CTG in der Austreibungsperiode. Die initial erhobenen Werte des Neugeborenen waren vollständig unauffällig (APGAR 9/10/10, NapH 7,19, NvpH 7,26).

Postpartal legte die Mutter das Neugeborene an und es zeigten sich zunächst keine Auffälligkeiten beim Kind. 36 Stunden nach Geburt entwickelte das Neugeborene jedoch Fieber. Der nasopharyngeale PCR-Abstrich auf SARS-CoV-2 war positiv.

Das Neugeborene wurde aufgrund der Erkrankung in die benachbarte Universitätskinderklinik verlegt und dort im Verlauf intubationspflichtig. In der weiteren Diagnostik wurden die Infektion mit der Delta-Variante sowie fehlende Antikörper (sowohl IgG als auch IgM) bei Mutter und Kind festgestellt. Vier Monate nach Entbindung war das Kind persistierend sauerstoffpflichtig.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
11. Oktober 2022

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