Zusammenfassung
In der allogenen Blutstammzelltransplantation bezeichnet „haploidentisch“ einen Spender
aus der Familie, der genetisch in den HLA-Merkmalen nur zu 50% mit seinem Empfänger
übereinstimmt. Diese „Disparität“ stellt eine große immunologische Barriere für die
Transplantation dar, die schwere Komplikationen wie Transplantatabstoßung, GvHD und
Infektionen zur Folge haben kann. Dieses im Vergleich zur HLA-gematchten Transplantation
erhöhte Risiko sowie aufwendige Herstellungsverfahren (In-vitro-Manipulation des Blutstammzellpräparats
zur T-Zell-Depletion) zur Reduktion der aggressiven Immunogenität des Transplantats
limitierten die Anwendung der HLA-haploidentischen Stammzelltransplantation bisher.
Die unmanipulierte Haplo-HSZT mit Einsatz von Posttransplantations-Cyclophosphamid
zur GvHD-Prophylaxe stellt ein neueres, simples und sicheres haploidentisches Transplantationsverfahren
mit geringer Abstoßungsrate, guter hämatopoetischer Rekonstitution, wenig GvHD sowie
günstiger Immunrekonstitution und wenig Infektionen dar. Somit ist bei niedriger TRM
eine sichere Überwindung der HLA-Barriere mit guter Kontrolle der bidirektionalen
Alloreaktivität möglich. Behandlungsergebnisse ähnlich wie bei einer HLA-kompatiblen
Transplantation können erreicht werden. Andere alternative Transplantationsverfahren,
wie die der MMUD-T, manipulierten Haplo-HSZT und CBT, treten aufgrund schlechterer
Spenderverfügbarkeit und Verträglichkeit sowie aufwendiger Herstellungsverfahren in
den Hintergrund. Die Verwendung eines sequenziellen Therapiekonzepts, das eine intensive
Chemotherapie vor Start der Konditionierung zur Haplo-HSZT zur Reduktion der Leukämielast
vorsieht, führt auch in der unmanipulierten Haplo-HSZT mit PTCY zu einer verbesserten
Erkrankungskontrolle bei Patienten mit rezidivierter und refraktärer hämatologischer
Erkrankung ohne Erhöhung der TRM..
Komplikationen sowie aufwendige Herstellungsverfahren limitierten die Anwendung der
HLA-haploidentischen (HLA: humanes Leukozytenantigen) Stammzelltransplantation bisher.
Dieser Beitrag zeigt, wie durch die Anwendung von Posttransplantations-Cyclophosphamid
zur Prophylaxe der Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD) dieses Transplantationsverfahren
gut verträglich modifiziert werden kann.
Schlüsselwörter
HLA-haploidentisch - Posttransplantations-Cyclophosphamid - GvHD-Prophylaxe - sequenzielle
Therapie bei Hochrisikoerkrankungen