Intensivmedizin up2date 2017; 13(04): 355-362
DOI: 10.1055/s-0043-119373
Schritt für Schritt
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Parazentese – Peritonealpunktion – Aszitespunktion: Schritt für Schritt

Ulrich Brauckmann
,
Kyung-A Na
,
Daniel Jaspersen
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
30. November 2017 (online)

Grundlagen

Ziel und Zweck

Im Rahmen der Aszitespunktion oder Peritonealpunktion wird die Bauchhöhle zur Gewinnung dort befindlicher freier Flüssigkeit für diagnostische und/oder therapeutische Zwecke punktiert. Das Auftreten von freier Flüssigkeit in der Peritonealhöhle signalisiert in der Regel eine schwere Erkrankung. Je nach Ausprägung von Krankheitsbild und Symptomatik ist die rasche Aszitespunktion zur differenzialdiagnostischen Abklärung und Einleitung therapeutischer Konsequenzen indiziert.

Meist handelt es sich bei freier Flüssigkeit im Bauchraum um Aszites hepatischer, kardialer, renaler oder maligner Genese, seltener um ein Hämatoperitoneum (z. B. nach abdominellem Trauma oder Operationen bzw. Tumorblutungen in die freie Bauchhöhle). Leitsymptomatik ist dabei häufig das manifeste akute Abdomen durch die peritoneale Reizung sowie gegebenenfalls eine hämodynamische Instabilität.

Die Peritonealpunktion als invasive Untersuchungstechnik hat in der Notaufnahme und auf der Intensivstation eine (deutlich) größere Bedeutung als in der prähospitalen Anwendung. Innerklinisch hat das Verfahren aufgrund des diagnostischen und therapeutischen Stellenwerts eine große Relevanz, beispielsweise zur Symptomlinderung (z. B. bei ausgeprägtem Spannungsaszites mit abdominellen Schmerzen und Dyspnoe) oder zur Asservierung von Aszites für die mikrobiologische Diagnostik (z. B. bei Sepsis bzw. bei V. a. Vorliegen einer spontan-bakteriellen Peritonitis [SBP]).


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