Abstract
Introduction Diagnosis of fetal anomaly and the difficult circumstances involved in the decision to terminate an affected pregnancy can go along with severe psychological distress. However, little is known about womenʼs help-seeking for emotional problems following an abortion after diagnosis of fetal anomaly.
Methods 148 women who had been treated for abortion after diagnosis of fetal anomaly at the University Hospital Leipzig responded to self-report questionnaires 1 to 7 years after the event. Main outcomes were help-seeking intentions and actual help-seeking behavior. Logistic regression was used to explore the associations between participantsʼ sociodemographic characteristics and help-seeking intentions.
Results Most women reported that they would seek help from their partner (91.7%), friends/family (82.8%) or the internet (62.2%). With regard to health services, 50.0% of women would seek help from gynecologists and between 43.8 and 47.9% from counseling services and mental health professionals. Intentions to seek help from support groups were lowest (21.7%). Age, income, region, and religion were associated with help-seeking intentions. Among participants with elevated levels of current psychological distress, 23.8% indicated that they had not discussed their emotional problems with a health service ever.
Conclusion Gynecologists are among the most preferred health professionals for women to discuss psychological problems in the aftermath of an abortion after diagnosis of fetal anomaly. They should be actively involved in screening, diagnostic assessment, and referral of affected women.
Zusammenfassung
Einleitung Die Diagnose einer fetalen Anomalie und die schwierigen Umstände, die mit der Entscheidung zusammenhängen, die Schwangerschaft abzubrechen, können eine starke psychische Belastung für betroffene Frauen darstellen. Bisher ist noch relativ wenig darüber bekannt, in welchem Maße und wo betroffene Frauen Hilfe für ihre emotionalen Probleme nach einem Schwangerschaftsabbruch bei Diagnose einer fetalen Fehlbildung suchen.
Methoden 148 Frauen, die sich nach der Diagnose einer fetalen Anomalie einem Schwangerschaftsabbruch im Universitätskrankenhaus Leipzig unterzogen, füllten zwischen 1 und 7 Jahre nach dem Abbruch einen Selbstbeurteilungsfragebogen aus. Die wichtigsten Endpunkte waren Absicht, nach Hilfe zu suchen, und tatsächliches Verhalten, um Hilfe zu bekommen. Der Zusammenhang zwischen soziodemografischen Merkmalen und der Absicht, nach Hilfe zu suchen, wurde mithilfe der logistischen Regressionsanalyse untersucht.
Ergebnisse Die meisten Frauen berichteten, dass sie Hilfe bei ihrem Partner (91,7%), bei Freunden und/oder der Familie (82,8%) oder im Internet (62,2%) suchen würden. Was das Gesundheitswesen anbetrifft, gaben 50,0% der Frauen an, dass sie bei ihrem Gynäkologen Hilfe suchen würden, und zwischen 43,8 und 47.9% der Frauen berichteten, dass sie bei einer psychologischen Beratungsstelle bzw. bei psychosozialen Fachkräften Hilfe suchen würden. Die wenigsten (21,7%) hatten die Absicht, Hilfe bei Selbsthilfegruppen zu suchen. Es gab einen Zusammenhang zwischen Alter, Einkommen, Region und Religion und der Absicht, Hilfe zu suchen. Von den Teilnehmerinnen mit einer derzeitig erhöhten psychischen Belastung gaben 23,8% an, dass sie niemals ihre emotionalen Probleme mit einer medizinischen Fachkraft diskutiert hätten.
Schlussfolgerung Gynäkologen gehören zu den bevorzugtesten Gesundheitsfachkräften, mit denen Frauen ihre psychologischen Probleme nach einem Schwangerschaftsabbruch bei Diagnose einer fetalen Fehlbildung besprechen. Gynäkologen sollten daher aktiv an der Früherkennungsuntersuchung, diagnostischen Beurteilung und Überweisung von betroffenen Frauen beteiligt sein.
Key words abortion - fetal anomaly - gynecology - help-seeking
Schlüsselwörter Schwangerschaftsabbruch - fetale Anomalie - Gynäkologie - Suche nach Hilfe