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DOI: 10.1055/s-0044-1790414
Unterstützungsbedarfe rauchender Frauen – die Bedeutung von Harm Reduction
Authors
Hintergrund und Fragestellung: Rauchen ist für Frauen besonders risikoreich und ein Rauchstopp oft schwieriger als für Männer. Obwohl Geschlechterunterschiede im Hinblick auf das Rauchen bekannt sind, spielt in der aktuellen Diskussion um die Unterstützung von Raucher*innen, das Geschlecht weitgehend keine Rolle. Ziel des Beitrages ist es daher, die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Hinblick auf eine Änderung des Rauchverhaltens darzustellen und draus Empfehlungen für einen geschlechtersensiblen Umgang mit dem Thema Rauchen abzuleiten.
Methoden/Erläuterung des Versorgungsprojektes: Die RauS-Studie, eine quantitative online-Befragung von März bis Dezember 2022, hatte zwei Ziele: Zum einen sollte eruiert werden, welche Methoden zum Rauchstoppversuch genutzt werden und welche dieser Methoden als hilfreich empfunden wurden (n=6.192). Zum anderen sollten hinderliche und förderliche Faktoren im Hinblick auf Rauchstoppversuche erhoben werden. Im Rahmen dieser Studie wurden Geschlechterunterschiede festgestellt, die durch eine umfassende Literaturrecherche eingeordnet, und um den internationalen Kontext ergänzt wurden. Im Rahmen des Beitrages werden die Ergebnisse der Studie und der Recherche vorgestellt.
Ergebnisse/Erfahrungen, Erwartungen: Rauchen war über viele Jahre ein Männerproblem. Die Literaturrecherche zeigt allerdings, dass sich die Lücke zwischen Raucherinnen und Rauchern zusehendes schließt und Frauen rauchbedingten gesundheitlichen Risiken stärker ausgesetzt sind als Männer. Die Ergebnisse der RauS-Studie legen nahe, dass Frauen Rauchstoppversuche und Reduktionsversuche unternehmen, mit diesen allerdings weniger erfolgreich sind. Weiterhin gibt es Geschlechterunterschiede im Hinblick auf die genutzten Methoden (z. B. vermehrte E-Zigaretten-Nutzung bei Männern), motivierende Faktoren (z. B. große Bedeutung der Aufgabe von Abhängigkeit bei Frauen) und hinderliche Faktoren (z. B. Angst vor einer möglichen Gewichtszunahme für Frauen von besonderer Bedeutung).
Diskussion und Schlussfolgerung: Frauen erfahren durch das Rauchen ein besonderes, durch Sex-, Gender- und Industrie-Faktoren, bedingtes Risiko. Durch die RauS-Studie und einem Blick in die internationale Literatur ergeben sich erste Hinweise, welche Desiderate in Deutschland im Hinblick auf den Umgang mit Raucherinnen bestehen. Insgesamt bedarf es einen deutlich stärkeren Fokus auf das Thema Geschlecht im Hinblick auf Rauchen, zu dem unser Vortrag beitragen soll.
Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Förderungen: Ich und die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, welche die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Publication History
Article published online:
19 September 2024
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