Zusammenfassung
Seit 1991 werden zur operativen Therapie der Streßinkontinenz endoskopische
Kolposuspensionen angewandt, wobei extraperitoneale und transperitoneale Verfahren
sowie endoskopisch assistierte Nadelsuspensionen unterschieden werden. Gegenstand
unserer Arbeit ist die Gegenüberstellung dieser verschiedenen Techniken
sowie der Vergleich mit der Kolposuspension per laparotomiam. Hierzu werden
insgesamt 33 Studien zu den einzelnen Verfahren sowie sechs Vergleichsstudien
mit dem „offenen” Verfahren herangezogen. Bei den endoskopischen
Kolposuspensionen sind die extraperitoneale und die transperitoneale Methode
in bezug auf den erforderlichen Krankenhausaufenthalt (Median: 3 vs. 2 Tage)
und die Erfolgsrate (Median: 95 vs. 100 %) vergleichbar; die mediane
Operationszeit ist bei dem transperitonealen Verfahren etwas länger (98
vs. 79 min) und die mittlere Komplikationsrate etwas höher (16 %
vs. 10 %). Vorteile der extraperitonealen Technik sind die geringere
Verletzungsgefahr intraperitonealer Strukturen und der direkte Zugang zur
Blase ohne Eröffnung des Peritoneums, Nachteile das höhere Hyperkapnie-
und Hautemphysemrisiko. Ein Vorteil der transperitonealen Technik ist die
Möglichkeit zur gleichzeitigen Behebung pathologischer Befunde im kleinen
Becken. Die endoskopisch assistierten Nadelsuspensionen weisen eine längere
Operationsdauer (116 min) bei ansonsten ähnlichen Resultaten auf.
Der Vergleich mit den „offenen” Kolposuspensionen ist aufgrund
der kurzen Nachbeobachtungszeit bei den endoskopischen Verfahren schwierig
und führt zu widersprüchlichen Bewertungen, wobei auch die endoskopische
Erfahrung des Operateurs eine ausschlaggebende Rolle spielt. Als einen entscheidenden
Vorteil der endoskopischen Methode wird häufig die bessere Übersicht
über die anatomischen Strukturen beschrieben. Eine abschließende
vergleichende Beurteilung der Operationstechniken auch hinsichtlich der Kosten
wird jedoch erst nach Abschluß von Langzeitstudien möglich sein.
Abstract
Objective: Endoscopic colposuspension for stress
urinary incontinence can be performed by an extraperitoneal or a transperitoneal
approach or as endoscopically-assisted needle suspension. Our study aimed
to compare these endoscopic techniques with one another and with traditional
colposuspension by laparotomy.
Methods: We evaluated a total of 33 published reports
on endoscopic colposuspensions as well as six studies comparing endoscopic
with the open approach.
Results: The hospital stay and success rates after
extraperitoneal and intraperitoneal approaches were similar (median 3 vs.
2 days and 95 % vs. 100 %, respectively). Transperitoneal colposuspension
had a slightly longer operating time (98 vs. 79 min) and a slightly
higher complication rate (16 % vs. 10 %). The extraperitoneal
approach minimizes the risk for injury of intraperitoneal structures and provides
access to the bladder without opening the peritoneum but has a higher rate
of hypercapnia and subcutaneous emphysema. The transperitoneal approach has
the advantage of permitting treatment of intraperitoneal conditions. Endoscopically-assisted
needle suspensions had a slightly longer operating time (116 min) but
otherwise had results similar to the other two endoscopic techniques.
Conclusion: The short reported follow-ups of the
endoscopic procedures make their results difficult to compare with those of
open colposuspension. Definitive evaluation of the techniques and approaches
and their cost effectiveness will await the completion of long-term studies.