Zusammenfassung
Die vorliegende Untersuchung analysiert die formalen und
materiell-inhaltlichen Entwicklungen in den medizinischen Begründungen zur Überschreitung
des Schwellenwertes bei zahnärztlichen Gebühren von über 3500 Liquidationen aus den
Jahren 1988 bis 1999. Im Untersuchungszeitraum kann hinsichtlich der Erläuterungen gem.
§ 10 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) in zahnärztlichen
Liquidationen eine Entwicklung weg von eher allgemeinen und patientenbezogenen hin zu
methodenorientierten Begründungen festgestellt werden. Zudem sind erhebliche Unterschiede im
Abrechnungsverhalten von Vertragszahnärzten und reinen Privatpraxen nachzuweisen. Während
daneben Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Fachzahnärzte für Oralchirurgie
hinsichtlich Höhe der Steigerungsfaktoren und inhaltlicher Begründung sich nicht
wesentlich von Praxen der zahnärztlichen Allgemeinversorgung unterscheiden, bilden die
Fachzahnärzte für Kieferorthopädie in ihrem Abrechnungsverhalten ein wiederum
statistisch separates Cluster.
Die Arbeit diskutiert mögliche, auch nichtmedizinische
Ursachen in Sonderheit für die gruppenspezifischen Unterschiede in der zahnärztlichen
Rechnungslegung.
Fees for Dental Services in Germany - an Analysis 1988 to 1999
German
GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte, catalogue of dental services) allows multipliers
within a range from 1.0 to 3.5 for each fee, and it also prescribes medical arguments if dentists
want to justify multipliers beyond 2.3. The authors analyse formal and material developments in
these medical arguments of more than 3500 invoices from 1988 to 1999. Since 1988 - amendment
of GOZ - a development can be seen away from more general and patient-focussed towards
arguments dealing with new dental materials and new forms of dental treatment. The authors analyse
the way dentists (private ones and dentists of health insurance system), orthodontists,
maxillo-facial- and oral surgeons charge their fees.
Keywords
Catalogue of Dental
Services - Dental
Fees - Dentists - Orthodontists - Maxillo-Facial-Surgeons - Oral
Surgeons
Literatur
-
1 Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) vom 22. Okt. 1987 (BGBl. I S.
2316), zuletzt geändert durch Verordnung vom 26. Sept. 1994 (BGBl. I S. 2750).
-
2 Benninghaus H. Einführung in die sozialwissenschaftliche Datenanalyse. München
- Wien; Oldenbourg 1998
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3 Schnell R, Hill P B, Esser E. Methoden empirischer Sozialforschung. München -
Wien; Oldenbourg 1999
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- Belmont et al; Thomson 1999
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Computer Techniques. Gerbner G, Holsti OR, Krippendorf K, Paisley WJ, Stone PJ New
York; Wiley 1996
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Mass; Addison-Wesley 1969
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7 Weber R P. Basic Content Analysis. Newbury
Park; Roxbridge 1990
-
8 Zahnärztekammer Nordrhein .Zusammenstellung bisher vorliegender
GOZ-Urteile. Düsseldorf; Zahnärztekammer
Nordrhein 1997
-
9 RdErl. d. Finanzministeriums NRW v. 19.8.1998 - B 3100 - 3.1.62
- IV A 4 - (SMBl. NW. 43 577).
Fußnoten
1 Herrn Prof. Dr. Dr. Egbert Machtens zur Emeritierung
2 Beinhaltet eine Kreuztabelle ein Feld mit einer erwarteten
Häufigkeit unter 5, wird anstelle des Chi2-Tests der exakte Test nach Fisher berechnet.
Fisher’s-Exakter-Test basiert auf einer hypergeometrischen Verteilung und stellt für
kleine Stichproben mit geringen erwarteten Häufigkeiten das genaueste analytische Verfahren
dar.
3 Steigerung des Superlativs im Original
Med.-Dir. Dr. M. Wolf, M. A.
Zahnärztlicher Dienst, Gesundheitsamt Wuppertal
Bundesallee 243-247
42103 Wuppertal