Zusammenfassung
Die sonographisch gesteuerte perkutane Thermotherapie (HFTT) von Lebertumoren
mittels Hochfrequenzenergie ist ein neues Verfahren zur Behandlung von primären
und sekundären Lebertumoren bei inoperablen Patienten. Es wird über
erste Erfahrungen mit dieser Methode unter Verwendung einer neu entwickelten
perfundierten Nadelelektrode berichtet.
Zwölf zuvor zytologisch gesicherte, progrediente Lebertumoren (11
Lebermetastasen kolorektaler Tumoren, ein HCC) bei 5 inoperablen Patienten
wurden behandelt. Die Patienten wiesen 1-3 Lebertumoren mit einem Durchmesser
von 12-47 mm auf. Die Behandlung erfolgte bei allen Patienten nach Einwilligung
und mit positivem Ethikvotum. Die Lebertumoren wurden sonographisch gesteuert
mit einer 1,2 mm durchmessenden, mit isotonischer Kochsalzlösung gespülten
Nadelelektrode punktiert und unter kontinuierlicher sonographischer Sicht
mit einer Hochfrequenzenergie von 350 kHz destruiert. Die hohlen Nadelelektroden
wurden während der Koagulation mit 0,9% Kochsalzlösung perfundiert,
um ein großes Koagulationsvolumen ohne Gewebevaporisierung zu erzielen.
Die behandelten Tumoren wurden nach 1, 7, 30 Tagen und später in dreimonatigen
Abständen mittels Spiral-CT nachbeobachtet. Eine fehlende Kontrastmittelanreicherung
bei einem zuvor kontrastmittelanreichernden Tumor wurde als Zeichen einer
Koagulationsnekrose gewertet. Bei 8 Tumoren konnte eine komplette Destruktion
der Metastase ohne Zeichen eines Rezidivs während eines Beobachtungszeitraums
von im Median 7 (5-12) Monaten erzielt werden. Wesentliche Nebenwirkungen
wurden nicht beobachtet. Bis auf mäßige Schmerzen bei der Punktion
und einen Temperaturanstieg auf max. 38 °C am Tag nach der Punktion bei
zwei Patienten wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Die Ergebnisse dieser
Pilotstudie zeigen, daß die Hochfrequenzthermotherapie eine einfache
und wirksame Möglichkeit zur Thermodestruktion von Lebertumoren <5
cm Durchmesser darstellt. Der Stellenwert der Methode im onkologischen Gesamtkonzept
sollte weiter untersucht werden.
Summary
Percutaneous radiofrequency ablation (HFTT) is a new therapeutic technique
for the treatment of inoperable primary and secondary liver tumors. We report
our initial experience using a newly developed perfusion electrode.
Twelve liver tumors (11 metastases of colorectal tumors, 1 hepatocellular
carcinoma) were treated in 5 inoperable patients. The patients had 1 to 3
liver tumors. All lesions were cytologically confirmed and measured 12-47
mm. The technique was approved by the institutional review board and informend
consent was obtained from all patients. A 12-mm-needle electrode with a 15-mm-active
tip was introduced into the liver tumors under ultrasound guidance and tumors
were coagulated with radiofrequency energy of 350 kHz. The needle electrodes
were perfused with 0.9% saline during coagulation to increase the volume of
coagulation necrosis without tissue vaporization. The serial changes in tumor
size after therapy were evaluated with spiral CT imaging. Dynamic CT showed
that unenhanced areas indicative of coagulation necrosis developed in all
tumors. In 8 of 12 tumors no signs of recurrence appeared during the observation
period of 7 (5-12) months. No major complications were observed. Our
preliminary experience suggests that percutaneous radiofrequency coagulation
can be a simple, safe and potentially effective treatment for selected patients
with inoperable liver tumors. The results justify further studies to investigate
the possible role in clinical practice.
Schlüsselwörter:
Lebermetastasen - hepatozelluläres Karzinom - lokale Therapie - Hochfrequenzthermotherapie
Key words:
Liver metastases - hepatocellular carcinoma - local treatment - percutaneous radiofrequency ablation