Zusammenfassung
Allergien haben in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen und
sind schon bei 30-50 % der Kinder in unterschiedlichen Erscheinungsformen
anzutreffen. Nach Ausschöpfung der konventionellen Therapiemaßnahmen
besteht Bedarf für ergänzende Möglichkeiten insbesondere bei
Nebenwirkungen, Therapieresistenz, aber auch bei akuten Durchbrüchen oder
Therapielücken. In der klassischen Akupunktur lassen sich
präsaisonale Stabilisierung und akute Linderung von allergischen
Krankheitsverläufen erzielen. Erst durch gleichzeitige Allergenapplikation
gelingt es oft allerdings, die Toleranz soweit zu steigern, dass von einer
Hyposensibilisierung, z. T. sogar von einer Desensibilisierung, gesprochen
werden kann. Mittels Infrarotstimulation an den Anfangs- und Endpunkten der
Meridiane des ersten Umlaufs (Lu, Di, Ma, Mi) lässt sich eine hypererge
Reaktionslage dämpfen und sogar normalisieren.
Am besten sprechen Nahrungsallergien vom Soforttyp an, besonders bei
Kernobst häufig anzutreffen. Umschriebene Allergiespektren wie bei
Frühblühern und einzelne Tierallergien sind weitere dankbare
Indikationen für eine Akupunktur-gestützte Hyposensibilisierung.
Hausstaub- und Spätblüherallergien erfordern einen höheren
Therapieaufwand.
Therapieblockaden finden sich bei ausgeprägtem psychischem
Stress oder Quecksilberüberladung des Organismus. Die therapeutischen
Ergebnisse lassen sich verbessern, wenn belastende Nahrungsmittel aus der
Ernährung herausgelassen werden.
Abstract
The prevalence of allergic diseases has increased dramatically over
the last 30 years. Up to 50 % of schoolchildren suffer from various kinds of
allergies or intolerances. Because conventional treatments are often not
sufficient additional complementary medicine comes into play. This is
especially important in the case of side effects, therapeutic resistance, as
well as in acute stages and gaps in the therapeutic process. Classical
acupuncture is typically important preseasonally and during acute emergencies.
A profound improvement of allergen tolerance will be possible only if the
triggering substance(s) is/are brought into contact with the skin during the
acupuncture process. By means of infrared stimulation at the terminal points of
the channels + Lung (Lu), Spleen (Sp), Large Intestine (LI) and Stomach (St)
the allergic hyperreactivity can be lowered.
The treatment of acute allergic reactions to foodstuffs, especially
fruits like apples, cherries or peaches, shows best results. Allergies to
early-blossoming flowers and to specific animals are most positive even after a
short tolerance - raising acupoint stimulation. Allergies against dust and
late-blossoming flowers must be treated more often.
Therapeutic resistance is often due to pronounced psychological
stress, and also to an Hg-overload of the organism. The therapeutic efficacy of
the reported treatment can be supported by an oligoantigenic diet.
Schlüsselwörter
Pollinose - Bronchialasthma - Nahrungsallergie - Infrarotstimulation - Hyposensibilisierung
Keywords
Allergic rhinitis - bronchial asthma - nutritional allergy - infrared stimulation - hyposensitisation
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Anschrift für die Verfasser:
Dr. Raymund Pothmann
Leitender Arzt des Instituts für Sozialpädiatrie
und Kinderneurologie, Ev. Krankenhaus
Virchowstr. 20
D-46047 Oberhausen