Zusammenfassung
Die beobachteten psychischen Folgen bei den Geiselopfern einer
Geiselnahme 1973 in Schweden wurden nachfolgend als
„Stockholm-Syndrom” beschrieben. Das sogenannte Stockholm-Syndrom
wird aus verschiedenen Perspektiven erläutert. Eine kritische Analyse der
syndromalen Diagnostik im Vergleich zu einer ätiologischen Diagnostik
zeigt, dass mit einer ätiologischen bzw. psychotraumatologischen
Diagnostik die Chancen der Erforschung, Erklärung und Behandlung des
sogenannten Stockholm-Syndroms erweitert werden.
Abstract
The psychic effects observed with the victims of a kidnapping in
Sweden in 1973 were later described as „Stockholm-Syndrom”. The
so called Stockholm-Syndrom is being explained from different perspectives. A
critical analysis of the syndromal diagnostic compared to a etiological
diagnostic shows that with a etiological or psychotraumatic diagnostic
respectively the chances for research, explanation and treatment of the so
called Stockholm-Syndrom can be increased.
Literatur:
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Wohlfahrtspflege durch das Deutsch Institut für Psychotraumatologie
Köln/Much in Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische
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Köln 1999 Anzufordern über das
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zu Köln
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11 Fischer G. Neue Wege nach dem Trauma. Information und Hilfen für
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Autoren:
Dr. phil Christian Lüdke
Dipl.-Psych. Karin Clemens
Universität zu Köln
Institut für
Klinische Psychologie und Psychotherapie
Zülpicherstraße 45
50923 Köln
Email: dr.luedke@t-online.de