Hintergrund und Fragestellung: Da
wissenschaftlich fundierte Daten über die Prävalenz
von wetterassoziierten Krankheitssymptomen und Befindlichkeitseinschränkungen
fehlten, führten wir eine Befragung zur Wetterfühligkeit
(WF) in Deutschland durch.
Probanden und Methodik: Insgesamt wurde eine repräsentative
Stichprobe von 1064 Bundesbürger/innen (Alter > 16
Jahre) befragt.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass
19,2 % der Bevölkerung denken, dass ihre
Gesundheit in starkem Maße vom Wetter abhängt,
35,3 %, dass das Wetter etwas Einfluss auf die
Gesundheit hat. Die höchste Prävalenz von WF (starker + etwas
Einfluss) tritt in der Altersgruppe > 60 Jahre
mit 68 % der Befragten auf. Am häufigsten
werden wetterbedingte Symptome an Tagen mit stürmischem
Wetter (30 %) und wenn es kälter wird
(29 %) angegeben. Die häufigsten Symptome,
die von wetterfühligen Befragten genannt wurden, sind Kopfschmerzen
und Migräne (61 %), Abgeschlagenheit
(47 %), Schlafstörungen (46 %),
Müdigkeit (42 %), Gelenkschmerzen (40 %),
Gereiztheit (31 %), Niedergeschlagenheit (27 %),
Schwindel (26 %), Konzentrationsstörungen
(26 %) und Narbenschmerzen (23 %).
32 % der Wetterfühligen (Befragte mit »starkem« und »etwas« Einfluss
des Wetters) waren im vergangenen Jahr wegen wetterbedingter Symptome
mindestens einmal nicht in der Lage, ihrer normalen Tätigkeit
nachzugehen, 22 % sogar mehrmals. Die Komorbidität
der sich selbst als wetterfühlig Einschätzenden
liegt erheblich über jener der nicht Wetterfühligen.
Folgerung: Auf der Basis dieser Daten
planen wir Studien zu Kausalfaktoren von wetterassoziierten Gesundheitseffekten.
Prevalence of weather sensitivity in
Germany
Background and objective: As epidemiological data on prevalence
of weather-related health effects were lacking we conducted a weather
sensitivity (WS) survey in Germany.
Subjects and methods: A total of 1064 citizens (age>16)
representative of the population in Germany were interviewed in
January 2001.
Results: The results show that 19.2 % of
the population believe that weather influences their health to a »high
degree«, 35.3 % that weather has »some
influence on their health«. The highest prevalence of WS
(high + some influence) is found in the age group of > 60
years, in 68 % of the subjects. The highest frequencies
of weather-related symptoms are reported for stormy weather (30 %)
and when it gets colder (29 %). The most frequent symptoms
reported by weather-sensitive subjects are headaches/migraine
(61 %), lethargy (47 %), sleep
disturbances (46 %), fatigue (42 %),
joint pain (40 %), irritation (31 %),
depression (27 %), vertigo (26 %),
concentration problems (26 %) and scar pain (23 %).
32 % of the weather-sensitive subjects have been
incapable to do their regular work because of weather-related symptoms
at least once last year, 22 % even several times. Co-morbidity
was significantly higher in weather-sensitive subjects.
Consequence: On the basis of these data
we are planning studies on causal factors of weather-related health
effects.