Zusammenfassung
Es wird untersucht, in welchem Maße die
Mortalitätsentwicklung von sozialen und berufsbezogenen Merkmalen
beeinflusst wird. Datenbasis ist ein längsschnittorientierter
Leistungsdatensatz für die Mitglieder der Gmünder Ersatzkasse (GEK)
für den Zeitraum 1989 bis 2000. Einbezogen wurden alle männlichen
Personen der Geburtsjahre 1940-1949, die am 1. Januar 1989 bei der GEK
krankenversichert waren (n = 58 705). Als
Kriteriumsereignis galt das Merkmal: „Austrittsgrund: verstorben”
(n = 2283). Folgende unabhängige Variablen wurden
untersucht: Alter, Berufsgruppenzugehörigkeit bei der letzten
Berufstätigkeit, Familienstand, Nationalität und Versichertenstatus.
Die statistische Datenanalyse erfolgte mit dem Softwarepaket
„Transitional Data Analysis” (TDA). Es wurden kumulative
Sterberaten nach der Kaplan-Meier-Methode und Hazardraten (ML-Schätzer)
berechnet. Statistisch signifikant erhöhte Mortalitätsraten für
den 12-Jahres-Beobachtungszeitraum ergaben sich für Angehörige von
gering qualifizierten Berufsgruppen, für Nicht-Verheiratete und für
Pflichtversicherte. Zwischen Personen mit und ohne deutsche
Staatsangehörigkeit zeigten sich keine signifikanten Unterschiede für
die Mortalitätsentwicklung. Der insgesamt stark ausgeprägte soziale
Gradient für die Sterblichkeitsentwicklung der männlichen
Krankenversicherten der GEK unterstreicht somit die Forderung des
§ 20 des SGB V nach Reduktion der sozialen Ungleichheit der
Gesundheitschancen für die Mitglieder der gesetzlichen
Krankenversicherung.
Abstract
The study goal is to analyse the association between social and
occupational characteristics and mortality. Data are from a longitudinal
register for the members of a statutory insurance body ‘Gmuender
Ersatzkasse’ (GEK) for the period 1989 to 2000. Included are males, born
1940 - 1949, who were GEK-members on January 1, 1989
(n = 58 705). The dependent variable is defined as
‘reason for end of health insurance: deceased’
(n = 2283). Independent variables are: age, occupational
group, family status, nationality and insurance status. The statistical
analysis was performed with the software package ‘Transitional Data
Analysis’ (TDA). It included cumulative mortality rates based on the
Kaplan-Meier method and the multivariate analysis in order to assess hazard
rates (maximum likelihood estimation). Statistically significant increased
mortality rates for the 12-year observation period were found for non-married
persons, for persons with less qualified occupations, and for mandatory health
insurance members. No significant difference was observed between study
subjects with and without German nationality. The observed strong social
gradient in the overall mortality rates for male members of the GEK underline
the challenge to reduce the social inequities in health chances which has
recently been placed on the political agenda for the German health insurance
companies.
Schlüsselwörter
Gesamtmortalität - Kohortenstudie - Soziale
Faktoren - Krankenversicherung - Deutschland
Key words
Overall Mortality - Cohort
Study - Social Factors - Health
Insurance - Germany
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