Zusammenfassung
Nach nunmehr etwa zehn Jahren seit Einführung des
Betreuungsrechts lassen sich die Problembereiche überblicken. Sie reichen
von den Voraussetzungen einer Betreuerbestellung über den
Verfahrensablauf, die Konstruktion des Einwilligungsvorbehalts und das
Verhältnis zur Geschäftsunfähigkeit bis zu den Kostenfragen als
wesentlichem Punkt. Der medizinische Sachverständige muss bei der
Begutachtung über die Entwicklung orientiert sein, zumal ärztliche
und juristische Sichtweisen des Öfteren nicht übereinstimmen, wenn es
um das Wohl des Betroffenen geht. Der Artikel nimmt zu den skizzierten
Bereichen aus psychiatrischer Sicht Stellung und gibt Anregungen für
mögliche Verbesserungen.
Abstract
Ten years after the introduction of the new legislation concerning
mentally ill or impaired persons („Betreuungsrecht”) it is now
possible to review the problems. These cover inter alia the appointment of a
curator to the legal proceedings, the practice of the reservation of consent,
the question of legal incapacity and the cost problem. The medical expert must
be aware of the development of these issues, especially as the medical and the
juridical point of view often do not correspond with the well-being of the
patient. This article conveys views from the psychiatric perspective to the
questions outlined above and offers suggestions for possible improvements.
Schlüsselwörter
Betreuungsrecht - Problembereiche - Begutachtung
Key words
Regulation of
Curatorships - Problems - Psychiatric Expertising
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Dr. Konrad von Oefele
Medizinaldirektor bei dem Landgericht München I
Nymphenburger Straße 16
80097 München