Zusammenfassung
Hausärzte aus den alten und neuen Bundesländern
unterscheiden sich auch mehr als zehn Jahre nach der Wiedervereinigung in
verschiedener Hinsicht voneinander, so auch im Hinblick auf ihre Einstellung zu
medizinischen Maßnahmen der Rehabilitation. Diese Schlussfolgerung
erlauben die Daten zweier postalischer Befragungen der Allgemeinärzte in
Hamburg und Schleswig-Holstein sowie in Sachsen-Anhalt und
Mecklenburg-Vorpommern. Die Befragten aus den neuen Bundesländern bewerten
Rehabilitation im Allgemeinen sowie einzelne Reha-Maßnahmearten positiver
als die der alten Bundesländer. Den Nutzen von
Rehabilitationsmaßnahmen sehen sie als größer an. Sie
schätzen das Ausmaß der Überinanspruchnahme geringer ein und
erleben Angst um den Arbeitsplatz als stärkeres Reha-Hindernis. Der
höhere Anteil von Frauen an der Hausärzteschaft in den neuen
Bundesländern erklärt die gefundenen Unterschiede nicht.
Abstract
GPs in the former German Democratic Republic (now called ‘New
Federal States’) and in West-Germany (the ‘Old Federal
States’) differ more than ten years after reunification in several
respects. This survey shows that they have different attitudes to medical
rehabilitation programmes as well. Written questionnaires were sent to all GPs
in Hamburg and Schleswig-Holstein (representing the Old Federal States) and in
Sachsen-Anhalt and Mecklenburg-Vorpommern (representing the New Federal
States). GPs in the New Federal States value medical rehabilitation in general
and single programmes more than those in the old ones. They see a higher number
of patients who have a good benefit from rehabilitation and estimate the degree
of overuse as smaller. They observe more often patients who do not take part in
a rehabilitative programme because they are afraid of losing their job. The
higher proportion of female GPs in the New Federal States does not explain
these differences.
Schlüsselwörter
Allgemeinmedizin - Rehabilitation - Einstellung - Ost-West-Vergleich
Key words
General
practice - Attitudes - Rehabilitation
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Dr. med. Sandra Dunkelberg
Arbeitsschwerpunkt Allgemeinmedizin und
Gesundheitssystemforschung, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 40
20246 Hamburg
Email: dunkelbe@uke.uni-hamburg.de