Geburtshilfe Frauenheilkd 2002; 62(8): 768-771
DOI: 10.1055/s-2002-33716
Originalarbeit

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Dreidimensionale sonographische Darstellbarkeit des fetalen Gesichtes im Rahmen der weiterführenden Ultraschalldiagnostik

Three-dimensional Ultrasonography of the Fetal FaceN. Viereck, M. Meyer-Wittkopf, S. Schmidt
  • Klinik für Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Philipps-Universität, Marburg
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Publication History

Eingang Manuskript: 7. März 2002 Eingang revidiertes Manuskript: 23. Juni 2002

Akzeptiert: 25. Juni 2002

Publication Date:
29 August 2002 (online)

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Zusammenfassung

Fragestellung

Die Beurteilbarkeit des fetalen Gesichtsprofils ist ein wichtiger Bestandteil der weiterführenden Ultraschalldiagnostik. In der vorliegenden Arbeit wurde an 30 Feten zwischen 18 - 21 Gestationswochen die Darstellbarkeit des fetalen Gesichtes mittels zweidimensionaler (2D) und dreidimensionaler (3D) Sonographie untersucht.

Patientinnen und Methodik

Die 3D-Ultraschall-Datenakquisition erfolgte unter freier transabdominaler Schallkopfführung mittels eines Positionssensors, der am Ultraschallkopf (5 - 8 MHz) befestigt wurde.

Ergebnisse

Von den insgesamt 30 untersuchten Feten konnte nur in 12 Fällen (40 %) die gesamte Gesichtsmorphologie einschließlich der Lippen dreidimensional beurteilt werden. In 18 Fällen (60 %) misslang eine dreidimensionale Darstellung. Gründe dafür waren in 7 Fällen fetale Bewegungsartefakte bzw. Gliedmaßenüberlagerungen. In 5 Fällen fand sich kein ausreichendes Fruchtwasserdepot vor dem fetalen Gesicht, so dass die für die dreidimensionale Rekonstruktion erforderliche Abgrenzung von der Umgebung unvollständig war, bei 6 Fällen war lagebedingt eine dreidimensionale Darstellung des Gesichtsprofils unmöglich. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die 3D-Gesichtsdarstellung im Vergleich zur konventionellen zweidimensionalen Technik eine größere Plastizität bei jedoch geringerer Erfolgsquote aufweist.

Schlussfolgerung

Die dreidimensionale Untersuchung des fetalen Gesichtes kann die konventionelle Darstellung in ausgesuchten Fällen sinnvoll erweitern, die von uns verwandte 3D-Untersuchungstechnik mittels freier Schallkopfführung ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Routinemethode im Rahmen der Schwangerenvorsorge geeignet. Die z. Z. bestehenden Schwierigkeiten wie z. B. die mangelnde Darstellbarkeit im Falle von fetalen Bewegungen, Gliedmaßeninterpositionen oder Oligohydramnion sollten jedoch durch modernere Bildaufnahme- und Verarbeitungsprogramme weiter reduziert werden können.

Abstract

Purpose

To assess the feasibility of visualizing the fetal face by two-dimensional and free-hand three-dimensional sonography.

Patients and Methods

Thirty fetuses at 18 to 21 weeks' gestation were studied prospectively. Three-dimensional data sets were obtained with a positional sensor system connected to a two-dimensional transducer (5 - 8 MHz).

Results

Complete facial morphology including the lips was visualized in 12 of 30 fetuses. In 18 fetuses fetal movements, overlying fetal limbs (7 cases), too little amniotic fluid in front of the face (5 cases) or fetal position (6 cases) prevented three-dimensional visualization. In 12 fetuses facial morphology was visualized better with the three-dimensional than with the two-dimensional technique.

Conclusion

Three-dimensional evaluation of the fetal face with a freehand technique provides additional information in selected cases but does not appear suitable for routine prenatal sonography. Visualization problems due to fetal movements, interposed fetal limbs or oligohydramnios should be reduced with improved equipment and image processing.