Aktuelle Rheumatologie 2002; 27(5): 253-258
DOI: 10.1055/s-2002-35395
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Bedeutung der bildgebenden Verfahren für Diagnose und Verlauf der juvenilen Arthritis - Unterschiede zum Erwachsenen

The Importance of Imaging for Evaluation of Diagnosis and Course of Juvenile Arthritis - Differences to Imaging of AdultsR.  Häfner1
  • 1Rheumaklinik für Kinder und Jugendliche Garmisch-Partenkirchen (Ärztlicher Direktor: Dr. H. Michels)
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
11. November 2002 (online)

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Zusammenfassung

Die Bildgebung nimmt für Diagnostik und Verlauf der juvenilen Arthritis einen wichtigen Stellenwert ein. Im Anfangsstadium wird sie vor allem zur Differenzialdiagnose herangezogen. Zur Beurteilung von Krankheitsaktivität und Verlauf einer juvenilen idiopathischen Arthritis haben die einzelnen Verfahren unterschiedliche Aussagekraft. Mit der Sonographie kann die Entzündung in einzelnen Gelenken durch Darstellung von Erguss und Synovialitis beurteilt werden. Sie hilft auch zur Differenzierung von Arthritis und Tenosynovitis. Synovialzysten können sonographisch hinsichtlich Lage, Größe und Echogenität analysiert werden. Das Röntgenbild stellt in erster Linie die knöcherne Progression dar. Beim Kind kommt die Beurteilung von Wachstumsstörungen hinzu. Man erkennt sowohl Wachstums- und Ossifikationsbeschleunigungen, bedingt durch entzündliche Hyperämie als auch Verkleinerungen z. B. von Fuß oder Hand durch Schonung der erkrankten Extremität. Bei größeren Kindern kann ein vorzeitiger Epiphysenschluss zur Verkürzung einzelner Finger oder Zehen führen. Radiologische Besonderheiten beim Kind sind außerdem Periostreaktionen an den Phalangen als Hinweis auf Flexotenosynovitis. Ankylosierende Veränderungen entstehen bevorzugt an der HWS, selten an Händen und Füßen. Das Röntgenbild zeigt auch häufig reparative Vorgänge bei Rückgang der Entzündung. Man erkennt einen Wiederaufbau des verschmälerten Gelenkspalts sowie knöcherne Auffüllung von Zysten und Usuren. Die MRT bleibt bestimmten Fragestellungen vorbehalten. Dazu gehört die Beurteilung von Problemgelenken wie HWS, evtl. auch ISG, sowie gelegentlich die Befundung des Gelenkes vor einem geplanten operativen Eingriff.