Zusammenfassung
Einleitung: Das kolorektale Karzinom stellt in der westlichen Welt eine führende tumorbedingte Todesursache dar. Obwohl eine Senkung von Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms durch den Test auf okkultes Blut im Stuhl (FOBT) als erwiesen gilt, ist seine Akzeptanz in der Bevölkerung unverändert gering. Wir untersuchten, ob ein stationärer Aufenthalt zu einer verbesserten Akzeptanz des FOBT beitragen kann.
Patienten und Methodik: Von Oktober 1998 bis September 2000 wurden 721 (m/f: 406/315) konsekutive Patienten zwischen 45 und 75 Jahren erfasst, die sich aus unterschiedlichen Gründen in stationäre Behandlung begaben. Sie wurden bei Aufnahme befragt, ob sie einen FOBT wünschten. Bei negativer Antwort erhielten sie ein detailliertes Informationsblatt über Darmkrebs und wurden erneut befragt. Stimmten die Patienten zu, wurden zunächst 3 FOBT durchgeführt, bei positivem Ergebnis folgten dann Ösophagogastroduodenoskopie und Koloskopie.
Ergebnisse : 149 (m/w : 82/67) Patienten wurden in die Studie aufgenommen. 94 (63,5 %) von ihnen stimmten der Durchführung eines FOBT primär zu, 10 Patienten (6,8 %) sekundär nach detaillierter Information. Die Akzeptanz des FOBT betrug damit insgesamt 69,8 % (m/w : 69,5 %/71,6 %). In einem von 5 Fällen mit positivem FOBT wurde ein kolorektales Karzinom diagnostiziert. Informationen über eine Wiederholung des FOBT nach einem Jahr lagen von 82 Patienten (55 %) vor. 37 Patienten hatten sich erneut einem FOBT unterzogen, ohne jedoch durch den vorherigen FOBT während des stationären Aufenthaltes motiviert worden zu sein.
Schlussfolgerungen: Ein stationärer Krankenhausaufenthalt stellt eine gute Gelegenheit dar, die Akzeptanz des FOBT zu steigern. Das Krankenhaus leistet daher durchaus einen Beitrag zur Verbesserung der Darmkrebsvorsorge. Die Durchführung eines FOBT im Krankenhaus bewirkt jedoch nicht eine anhaltende Motivation zu einer regelmäßigen Krebsvorsorge. Aus diesem Grund sind eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und das ärztliche Gespräch notwendig, um immer wieder an die Karzinomprävention zu erinnern.
Abstract
Introduction: Colorectal cancer (CRC) is a leading cause of illness and death in the Western world. Screening with fecal occult blood test (FOBT) significantly reduces the death rate and the incidence from CRC but these tests are not widely accepted. We investigated the possible contribution of hospitalization to a better acceptance of CRC screening.
Patients and methods: From October 1998 through September 2000, 721 consecutive patients between 45 and 75 years of age admitted for various reasons were asked for participation in the study. They were asked to participate in FOBT-screening. In case of refusal of FOBT they were asked a second time after detailed information. In patients who accepted 3 consecutive FOBT’s were performed. In case of positive FOBT results colonoscopy and gastroscopy were performed.
Results: 149 (82male/67 female) patients were included. 94 (63.5 %) of them agreed to undergo FOBT primarily and 10 (6.8 %) secondarily after detailed information. The total acceptance rate of the FOBT was 69.8 % (m/w : 69.1 %/71.6 %). In one of 5 cases with a positive FOBT result colorectal cancer (CRC) was diagnosed. Information on repetition of FOBT after one year could be obtained from 82 patients (55 %). 37 patients (45 %) had undergone repeated FOBT. None of the 37 patients was motivated by the FOBT screening during hospitalization.
Conclusions: Staying in a hospital offers a good chance to achieve a higher acceptance of the FOBT. Therefore, hospitalization may contribute to a better colorectal cancer prevention. However, motivation to regularly repeat screening does not last in all patients. Therefore, public campaigns as well as medical counciling need to continuously stress the necessity of CRC screening procedures.
Schlüsselwörter
Kolorektales Karzinom - Krebsvorsorge - fäkaler Test auf okkultes Blut im Stuhl (FOBT)
Key words
Colorectal cancer - cancer screening - fecal occult blood test (FOBT)