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DOI: 10.1055/s-2004-813764
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Selbstverletzendes Verhalten und Medikamentenabhängigkeit
Eine FalldarstellungSelf-injuring and Drug DependenceA Case ReportPublication History
Publication Date:
14 December 2004 (online)

Diese Kasuistik beschreibt eine medikamentenabhängige Patientin, bei der Piercing als Form des selbstverletzenden Verhaltens zu interpretieren ist. Die Aufnahme (4/2003) der Patientin (hier N. H. genannt) erfolgte aufgrund eines eigenständigen Entgiftungswunsches bei Medikamentenabhängigkeit. N. H. litt insbesondere in den letzten Tagen vor Aufnahme unter rezidivierenden Panikattacken und vermehrtem Ess- und Brechdruck. Sie berichtete bereits 2002 in der Psychiatrie und darauf in einer psychosomatischen Abteilung in Behandlung gewesen zu sein. Kurze Zeit nach der letzten Entlassung sei es erneut zu einem Rückfall gekommen. Die Patientin habe aufgrund ihrer starken generalisierten Angstsymptome erneut Benzodiazepine eingenommen. Die aufkommenden Hungergefühle habe sie weiterhin mit Tramadoltropfen zu unterdrücken versucht. Aktuell habe sie etwa 20 mg Diazepam und 160 Tropfen (= 400 mg) Tramadol täglich eingenommen.
Literatur
- 1 Wright J. Modifying the body: Piercing and tattoos. Nurs Stand. 1995; 1011 27-30
- 2 Baltin B, Häring B. Manual für eine qualifizierte Entzugsbehandlung. Lengerich; Pabst Science Publishers 2003
Prof. Dr. med. U. Schneider
Abt. Klin. Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Email: schneider.udo@mh-hannover.de