Zusammenfassung
Einleitung: Nach einer Brustrekonstruktion durch einen TRAM-Lappen ist die Hebemorbidität im Bereich des Abdomens im Wesentlichen durch Narbenbildung, Sensibilitätsstörungen und funktionelle Einschränkungen im Bereich der Bauchdecke bestimmt. Es besteht jedoch auch bei Patienten, die aufgrund einer Lipomatose oder Cutis laxa abdominis eine elektive Abdominoplastik erhielten, eine Morbidität der Bauchwand. In dieser Untersuchung soll geklärt werden, ob die Hebemorbidität nach TRAM-Entnahme ausschließlich auf die Muskelläsion oder möglicherweise auf das Trauma der Bauchwand durch die Operation zurückzuführen ist.
Patienten und Methoden: In die Untersuchung wurden 21 Patientinnen nach einseitiger TRAM-Entnahme und 20 Patientinnen nach elektiver Abdominoplastik einbezogen. Es erfolgte die Evaluierung des ästhetischen Ergebnisses, der Narbenbildung, des Auftretens von Hernien und der Zufriedenheit der Patientinnen. Die Beeinflussung des täglichen Lebens, die sportliche Betätigung, der Kraftverlust und eventuell auftretende Schmerzen wurden in von uns entwickelten Fragebogen erfasst. Die klinische Prüfung des Rektusmuskels und der Bauchwandmuskulatur erfolgte nach den von Janda beschriebenen Kriterien.
Ergebnisse: Bei allen Patientinnen war der postoperative Wundheilungsverlauf komplikationslos. Bei drei Patientinnen entstand nach Abdominoplastik das Rezidiv einer Rektusdiastase, eine Hernienbildung trat nicht auf. Bei den Patientinnen nach Brustrekonstruktion waren zwei Rektusdiastasen vorhanden, bei einer Patientin kam es zu einer Bauchwandhernie. Einschränkungen der Bauchwandmuskulatur bestanden in beiden Gruppen. Sensibilitätsstörungen überwogen in der TRAM-Gruppe. Statistisch signifikante Unterschiede bestanden zwischen den Gruppen nicht.
Diskussion: Die Beschwerden nach elektiver Abdominoplastik unterscheiden sich nicht signifikant von den Beschwerden nach TRAM-Entnahme. Auch bei der elektiven Abdominoplastik ist die Funktion der Bauchmuskulatur eingeschränkt. Beschwerden im Bereich des Abdomens, wie Sensibilitätsstörungen und Narbenbildung, sind in beiden Gruppen gleich verteilt. Die Hebemorbidität nach TRAM-Entnahme ist demzufolge nicht ausschließlich auf die Muskelläsion zurückzuführen, sondern auch auf das abdominelle Trauma durch die Operation an sich.
Abstract
Introduction: The free TRAM flap is commonly used in breast reconstruction after mastectomy. Donor-site morbidity of the abdominal wall is usually determined by scars, loss of sensation and functional restrictions. Similar aesthetic and functional problems are described for patients after elective abdominoplasty. Is morbidity of the abdominal wall after breast reconstruction based on muscle lesions or on the trauma from operation?
Patients and Methods: 21 patients after breast reconstruction and 20 patients after elective abdominoplasty were evaluated concerning the aesthetic results, scars and herniasation. Satisfaction with the result was assessed. In addition, the function of the abdominal wall was noted according to Janda.
Results: The postoperative course was uneventful. Three cases after elective abdominoplasty developed a recurrence of rectus muscle diastasis. After breast reconstruction there was one hernia and one patient showed a rectus diastasis. Loss of sensation, functional and aesthetic problems were seen in both groups.
Discussion: There are no statistic significant differences between elective abdominoplasty and abdominoplasty after breast reconstruction. In both groups loss of sensation, functional and aesthetic problems were noted. Even in elective abdominoplasty there is a loss of function in the abdominal wall. Donor-site morbidity after breast reconstruction is not only caused by the muscle lesion, but the functional and aesthetic problems are due to the general trauma of the abdominal wall.
Schlüsselwörter
Hebemorbidität - Abdominoplastik - TRAM-Lappen
Key words
Donor-site morbidity - abdominoplasty - TRAM flap