Rofo 2005; 177 - S4_8
DOI: 10.1055/s-2005-864004

Ganzherz-3D-Magnetresonanz-Koronararterien-Angiographie bei 3 Tesla

H Kaul 1, PM Bansmann 1, A Stork 1, C Nolte-Ernsting 1, G Adam 1
  • 1Hamburg

Zielsetzung: Es sollte eine Ganzherz-Magnetresonanz-Koronararterien-Angiographie auf einem 3 Tesla System implementiert und an gesunden Probanden getestet werden.

Material und Methodik: Fünf gesunde Probanden wurden mit einem Ganzkörper-MR-Scanner 3.0T (Philips Medical System, Best, Niederlande) untersucht. Verwendet wurden eine 6-elementige phased-array Herzspule und ein Vektor-EKG. Für die Ganzherz-Bildgebung wurde eine fettunterdrückte 3D k-Raum segmentierte Gradienten-Echo Sequenz mit EKG-Triggerung eingesetzt, deren transversale Schichten das ganze Herz abdecken. Die atmungbedingte Herzbewegung wurde prospektiv mittels Atmungs-Gating und Slice-Tracking kompensiert. Die Kompensation wurde patienten-spezifisch, beruhend auf einem affinen Bewegungsmodell (Rotation, Scherung, Größenskalierung und Verschiebung), adaptiert. Hierfür wurde ein sagittaler 2D Kalibrationsscan durchgeführt. Mittels paralleler Bildgebung (SENSE) wurden die 3D-Datensätze gemessen und nach Akquisition multi-planar in den Ebenen der Koronararterien reformatiert, um die herkömmliche Schichtprojektion zu erhalten.

Ergebnisse: Es wurde erfolgreich eine Ganzherz-Koronararterien-Angiographie-Sequenz bei 3 Tesla implementiert. Die Akquisitionsdauer des gesamten 3D Datensatzes wurde mit SENSE und einem 10–20mm großen Gating-Fenster auf 10 Minuten reduziert. Eine aufwendige Planung der doppelt angulierten Schichtführung der einzelnen Koronararterien-Scans während der Untersuchung entfiel. Die proximalen und mittleren Segmente konnten erfolgreich dargestellt werden. Die Darstellung der distalen Segmente der rechten Koronararterie gelang nicht in allen Fällen.

Schlussfolgerungen: Die Ganzherz-MR-Koronararterien-Angiographie bietet eine zeiteffiziente Möglichkeit, die alle drei Koronararterien in einer einzelnen hochaufgelösten Messung zu akquirieren. Eine Validierung an einem größeren Probanden/Patienten-Kollektiv steht aus.