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DOI: 10.1055/s-2005-867212
Angeborene Fehlbildungen
Die Beurteilung gastrointestinaler Fehlbildungen ist nur unter Kenntnis röntgenanatomischer und -physiologischer Besonderheiten möglich. Ein akutes Abdomen in den ersten Lebenstagen spricht für eine angeborene Passagestörung in Form einer Atresie oder Stenose. Pränatal wegweisend hierfür ist ein Polyhydramnion. Die spezielle bildgebende Diagnostik beruht auf der Sonographie sowie auf der Thorax-/Abdomenübersichtsaufnahme, die nicht früher als 12 Stunden nach Geburt durchgeführt werden sollte, und gegebenenfalls durch einen Kolonkontrasteinlauf ergänzt werden muss. Lageanomalien des Darmes werden oftmals erst im späteren Kindesalter diagnostiziert. Dann ist eine Magendarmpassage unumgänglich. Bei Fehlbildung des Dickdarms ist neben der Abdomenübersichtsaufnahme ein Kolonkontrasteinlauf obligat. Bei anorektalen Fehlbildungen ist zusätzlich die Durchführung einer MRT erforderlich. Der sonographische Verdacht auf Fehlbildung der Gallenwege sollte immer mithilfe der MR-Cholangiographie bestätigt werden.
Lernziele:
- Röntgenanatomische und -physiologische Besonderheiten im Kindesalter
- Diagnostisches Vorgehen in Abhängigkeit von der klinischen Symptomatik
- Altersabhängigkeit der Krankheitsbilder
Korrespondierender Autor: Benz-Bohm G
Klinikum der Univers. zu Köln, Kinderradiologie, Joseph-Stelzmann-Str. 9, 50924, Köln
E-Mail: gabriele.benz-bohm@medizin.uni-koeln.de