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DOI: 10.1055/s-2005-867261
CT-Kolonographie (virtuelle Koloskopie) – wo stehen wir heute?
Die CT-Kolonographie ist (sofern sie technisch suffizient durchgeführt wird) eine valide Ergänzung bei inkompletter konventioneller Endoskopie sowie eine Alternative zu Hochrisiko-Endoskopien. In der Zukunft wird sie möglicherweise eine valide Alternative zur konventionellen Endoskopie im Rahmen von Screening-Programmen darstellen.
Die CT-Kolonographie hat heute eine hohe Sensitivität, Spezifität und einen hohen negativen Vorhersagewert für Polypen <1cm, wobei sie unbefriedigend für Polypen <5mm abschneidet.
Die Technik entwickelt sich rasch weiter. Problematisch ist dabei, dass Entwicklung, Verbreitung und Marketing der wissenschaftlichen Aufarbeitung weit vorauseilen. Neben Studien zur Optimierung der Kolonographie-Technik werden Untersuchungen notwendig, die sich mit dem Wert einer negativen Kolonographie im Hinblick auf Kontrollintervalle je nach Risikoprofil der Patienten beschäftigen(Schwierigkeiten bei der Detektion sehr kleiner Polypen, Problematik von sog. Serrated-Adenomas und von Flat lesions).
Voraussetzungen für einen echten Routine-Einsatz in der Zukunft sind u.a. die Einführung einer Qualitätskontrolle mit vorgeschriebenen Untersuchungs-Standards (Vorbereitung: Darmreinigung, Fecal tagging, Distension etc.; CT-Parameter: Schichtdicke, Multidetektor etc.; Nachverarbeitung: MPR, VR etc.; Qualifizierter Arzt) sowie die Anwendung von Niedrigdosis-CT-Protokollen. Eine Computer-assistierte Auswertung muss die Zeit zwischen Untersuchung und Diagnose weiter verkürzen, wenn große Patientenzahlen untersucht werden sollen.
Lernziele:
Überblick über die aktuelle und z.T. widersprüchliche Literatur zur CT-Kolonographie, insbesondere auch aus nicht-radiologischen Publikationen.Das Prinzip der CT-Kolonographie mit den Schritten Darmreinigung, Darmdistension, schnelle CT-Akquisition, 2D und 3D-Nachverarbeitung verstehen. Typische Untersuchungsprotokolle und Verfahren zu den oben genannten Schritten in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden CT-Technik erlernen.
Die derzeit akzeptierten, umstrittenen und nicht akzeptierten klinischen Indikationen (jeweils mit ihren Ergebnissen) zur CT-Kolonographie beherrschen.
Ein Bewusstsein für das Problem der CT-inherenten Strahlenexposition erwerben.
Korrespondierender Autor: Aschoff A
Universitätsklinikum Ulm, Abt. Diagnostische Radiologie, Steinhövelstr. 9, 89070, Ulm
E-Mail: andrik.aschoff@medizin.uni-ulm.de