Im Laufe des Lebens entwickeln 65–80% der Bevölkerung Rückenschmerzen, wobei 14% Beschwerden angeben, die länger als 14 Tage andauern. Innerhalb von 4 Wochen werden 74% der Patienten wieder arbeitsfähig und 7% der Bevölkerung entwickeln ein chronisches Schmerzsyndrom von mehr als 3–6 Monaten Dauer. Diese epidemiologische Zahlenanalyse von 1987 (Spitzer et al.) verdeutlicht die Bedeutung dieses medizinsoziologischen und arbeitsmedizinischen Gesundheitsproblems, das in den westlichen Industrieländern als „Volkskrankheit Nr. 1“ eingestuft werden kann.
Die perkutane Schmerztherapie als minimalinvasive Methode hat sich als Ergänzung zum konservativen Therapiespektrum aber auch zur differenzialdiagnostischen Beurteilung von unklaren Schmerzsyndromen bewährt. Trotzdem ist diese Form der Schmerztherapie als invasive Methode einzuordnen und darf deshalb nur bei ausgewählten Patienten erfolgen. Um dies zu gewährleisten, werden im Schmerzzentrum des Freiburger Universitätsklinkums ausgedehnte Voruntersuchungen durch ein Team, das aus Neurochirurgen, Neuroradiologen, Anästhesisten und Psychiatern besteht, durchgeführt. Dieses Management ermöglicht, dass die Beurteilung des Therapieerfolges durch entsprechende Nachuntersuchungen mit weiterführenden Therapieentscheidungen verknüpft werden können.
Es werden Indikationen, Technik, Komplikationen und Ergebnisse der periradikulären Schmerzbehandlung, der Facettengelenksbehandlung, aber auch Behandlungen am sympathischen Nervensystem insbesondere des Grenzstrangs vorgestellt. Ebenso wird auf Behandlungen wie zum Beispiel die Vertebroplastie oder periphere Nervenwurzelbehandlungen eingegangen.
Lernziele:
- Indikation zur Schmerzbehandlung
- Technik der CT-gesteuerten Schmerzbehandlung
Korrespondierender Autor: Berlis A
Uniklinik Freiburg, Neuroradiologie, Breisacherstr. 64, 79106, Freiburg
E-Mail: berlis@nz.ukl.uni-freiburg.de